Einleitung.
Nur wenige Worte über das Warum der deduktiven Behand-lung des ersten Teils. Der Begriff des »Kameralisten« selbstund des »Kameralismus« ist durchaus nicht geklärt; ist dochauch die Literatur darüber unglaublich dürftig; denn es gibt keindeutsches Werk, das diese Dinge im Zusammenhang behandelteoder die Begriffe definierte. Man operiert zwar oft damit, sprichtvon »Kameralisten«, »Kameralismus« und »kameralistisch«, dochohne daß überhaupt erklärt wird, was damit gemeint ist. Wohlschwebt all denen, die mit diesen Begriffen arbeiten, eine Ahnungvor, aber nirgends findet sich Klarheit. Wir finden auch keineAbgrenzung zwischen den alten und neuen Kameralisten— denn nur um die alten handelt es sich hier —, vor allem aberkeine zwischen Kameralisten und Merkantilisten. Die beidenKategorien gehen in den meisten Darstellungen ineinander überohne die Spur einer schärferen Trennung. So bleibt das Problem;die Definition. Aber zunächst ist es durchaus nötig, die Fragendes Merkantilismus hier zu behandeln. Wir müssen über seinWesen und seine Entstehung klar sein, denn seine Geburtsstundebedingte die des Kameralismus. So müssen wir historisch Vor-gehen. Es ist notwendig, ein Bild der Zeit zu geben, um dieganze kameralistische Bewegung zu verstehen und zu sehen, wiesie als Kind ihrer Zeit kommen mußte. Dann werden wir schließ-lich eine klare Definition gewinnen können.
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