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g. Kapitel.
*) ] öcher, Gelehrtenlexikon, Ausg. 1750, Bd. 2, Sp. 2293/94; ferner in derAusgabe von Rotermund, 1810, Bd. 3, Sp. 1340/41.
2 ) Z i n c k e , Leipziger Sammlungen, Bd. I, S. 188; sonstige Stellen über Lau,— sie betreffen nur sein Intraden-Buch —: IV, 883; V, 416 ff.; V, 550;VI, 645; IX, 904; XI, 850.
Excurs.
Nach dem Kataloge der Kgl. Bibliothek Berlin ( Fb. 2466) solldas Buch: Ohnverfängliche Vorschläge zu Einrichtung
einer Guten Policey, aus denen in gegenwärtigen Zei-ten beobachteten Mängeln und Gebrechen hergeleitetund durch Thunliche Mittel erwiesen Von C. B. v. L., Franck-furt am Mayn, 1739 auch von Th. L. L a u stammen. Es enthält auch im Deckeldie handschriftliche Bemerkung: Th. L. Lau. Trotzdem
halte ich das Buch nicht für ein Werk Laus. Bei J öcher findet es sichin der langen Liste Lau scher Schriften nicht aufgezählt. Z i n c k e schreibtdarüber (Leipziger Sammlung V, 1023/24): „Es kamen An. 1739 eines C. B. v. L.ohnverfängliche Vorschläge zu Einrichtung guter Policey . . . heraus. Ich weißnicht, wer der unter diesen Anfangsbuchstaben angegebene Verfasserist. Es sind indessen verschiedene gute Gedancken und Anmerkungen darinne.Allein es scheint der Verfasser die Policey vor alles dasjenige zu nehmen, was dieVerbesserung der Menschen, und nicht nur ihres äußerlichen Nah-rungs- sondern auch alles andere, sonderlich aber des innerlichen undsittlichen Seelen-Zustandes angehet. Dieses letzte aber ist das Werkund der Zweck der Policey nicht eigentlich.“ Er erwähnt ihn dann noch einmalVII, 457 und in der Cameralisten-Bibliothek, II, Th., S. 442, nennt aber nie Lauals Verfasser. Dagegen spricht auch das Buch selbst: In der Vor-rede sagt der Anonymus: er wisse wohl, daß schon mehrfach über das Themageschrieben sei, weswegen seine Vorschläge als überflüssig gehaltenwerden dürften. Das hätte Lau, der selbst mehrfach über die „Policey“ ge-schrieben hatte, nicht gut sagen können. Auch sprechen gegen die Verfasser-schaft Laus ähnliche Gründe, wie sie schon Zincke frappierten: die merk-würdige theologische Fassung der Schrift, die der des Atheismus be-schuldigte Lau sicherlich ihr nicht gegeben hätte. So handeln die ersten Kapitel„Von den Klageliedern der heutigen Welt über die gegenwärtige böse Zeiten“,„Von dem Ursprung oder Wurtzel woher die bösen Zeiten entstehen", „Von denMitteln, wodurch die Wiederherstellung besserer Zeiten kan befördert werden“.Er sieht ein Heilmittel darin, die Prediger gleichsam zu einem eigenen LevitischenPriestergeschlecht zu machen, da ihr Geiz eine Wurzel des Übels sei. Und um denWucher zu bekämpfen, sollen die Juden, die zu nichts nütze wären, in die NeueWelt nach Amerika fortgeschafft werden. Der Verfasser führt als Belege fortwäh-rend Bibelstellen an, was der mit der zeitgenössischen Litera-tur vertraute Lau nicht tut.
3 ) Theodor Ludwig Lau, Politische Gedancken etc. 1717, S. 2.
4 ) —, a. a. O. § 1, S. 3.
6 ) -, - § 2, S. 4.
6 ) - — § 3, S. 7/8.