V.
Die Einwirkung’ der Zollpolitik auf den Zinsfuß.
Unter die Ursachen, welche die Produktionskosten der deutschen Industrie in die Höhe treiben, ist auch das teure Geld, d. h. derhohe Zinsfufs für Leibgeld zu zählen. Die moderne Volkswirt-schaft beruht auf dem Kredit; die Fälle, wo der Unternehmerausschliefslich mit eigenem statt mit geliehenem Kapital arbeitet,sind selten; und je höher der Zinsfufs ist, den er für die ihmgeliehenen Kapitalien zahlen mufs, um so nachteiliger wirkt dasauf seine Produktionskosten. Vielfach ist von seiner Höhe dasGedeihen des gesamten Gewerbes abhängig. Trotz des Bedürf-nisses nach Wohnungen stockt die Bautätigkeit, sobald der Zins-fufs sich längere Zeit auf einer ungewöhnlichen Höhe erhält, dennes dauert vom Erwerb des Landes, ja von Anfang des Baues anmeist über Jahr und Tag, bis die Wohnung bezogen werden kann;und die Mieter, welche die Wohnung trocken wohnen, haben zu-nächst eine Miete zu zahlen, welche die Kosten nicht deckt.
Stockt aber die Bautätigkeit, so wirkt das sehr nachteiligauf die Eisen-, Zement-, Kalk-, Ziegel-, Stein-, Glas- und Holz-industrie, auf das Bauhandwerk mit allen seinen Nebengewerbenzurück.
Auch für den Warenhandel, vor allem für Industrie und Hand-werk, die das für ihre Materialien und für Löhne verauslagte Geldin dem Erlös der verkauften Fabrikate erst sehr viel später Wie-dersehen, wirkt ein hoher Zinsfufs aufserordeutlich nachteilig. Ererstickt den Unternehmungsgeist, denn der Kapitalist begnügt