Die R o h e i s e n Produktion hatte 1928 mit 684 000 tfreilich erst 68 v. H. der Vorkriegserzeugung erreicht, die Roh-stahlfabrikation mit 1 438 000 t bereits 87 v. H. und die Cr-zeugung von Walzeisen mit 1 050 000 t sogar 90 v. H. DieFabrikation gezogener Röhren hat sich von 1927 auf 1928 von43 974 t auf 54031 t gehoben. Entsprechend hat sich auch dieAusfuhr in Schienen von 1926 auf 1928 fast verdreifacht, inBlech um fast 40 v. H., in Röhren sich um 107 v. H. gehoben.
Weniger günstig entwickelte sich in den letzten Iahren dieMineralölindustrie, aber der Ausfuhrwert ihrer Pro-dukte überschritt 1928 doch Milliarde RM.
Recht unbedeutend ist die Ausfuhr in Erzeugnissen derMaschinen- und Werkzeugindustrie, die noch keine 4 Mill. RM.,der Papier - und Zelluloseindustrie mit noch nicht 3,5 Mill. RM.Wert. Wieviel von der Ausfuhr von Textilmaterialien und-erzeugnissen von 73 Mill. NM. auf Rohstoffe — Flachs undWolle —, wieviel auf Fabrikate entfällt, läßt die Statistik leidernicht erkennen. Die Zunahme der Ausfuhr ist unbedeutend. Vonfertiger Kleidung wurden nur für 3,4 Mill. RM. ausgeführt.Die für Polen überaus wichtige Ausfuhr von rohem und ge-sägtem Holz war 1928 mit 285 Mill. RM. um 22 Mill. RM.niedriger als 1927.
Alles in allem zeigt die polnische Wirtschaft, wenn auchmit Recht über die enormen Steuern, die furchtbare Kapital-knappheit, den ungeheuerlichen Zinsfuß, den schlechten Zahlungs-eingang, die hohe Ziffer von Wechselprotesten und Konkursenbitter geklagt wird, einen unverkennbaren Aufschwung. Die zu-nehmende Industrialisierung verringert die Arbeitslosigkeit, dievon 350 000 im März 1926 auf 94 000 im Dezember 1928,speziell in der Cisenhüttenindustrie von 10 000 auf 1000, in derMetallindustrie von 20 800 auf 5300 zurückgegangen ist. Aller-dings wird die Arbeitslosigkeit der landwirtschaftlichen Arbeiternicht erfaßt. Das schwerste Hemmnis ist der furchtbare Kapital-mangel und die darüber ruinösen Kreditverhältnisse.
Wenn trotz der unfähigen und vielfach schikanösen öffent-lichen Verwaltung, der ungeheuren Steuerlasten, der furchtbaren
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