gewirkt habe, und dass eine solche Forderung von Deutschland über-haupt nicht erhoben worden sei. Auf den Einwand, das sei doch un-begreiflich, habe Herr v. Jagow erwidert, dass er als Diplomat natür-lich auch daran gedacht habe, ein solches Verlangen zu stellen.Der Kaiser habe sich aber in dem Zeitpunkt, in dem Herr v. Jagowmit der Angelegenheit befasst und hinzugezogen wurde, schon so fest-gelegt gehabt, dass es für ein Vorgehen nach diplomatischem Brauchschon zu spät und nichts mehr zu machen gewesen sei. Die Situationsei so gewesen, dass man mit Verklausulierungen gar nicht mehr habekommen können. Schliesslich habe er, Jagow, sich gedacht, die Unter-lassung werde auch ein Gutes haben, nämlich den guten Eindruck,den man in St. Petersburg und Paris deutscherseits mit der Erklärungmachen könne, dass man an dem Wiener Ultimatum nicht mitge-arbeitet habe.
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Meine Londoner Mission 1912-1914 / von Lichnowsky. Mit einem Vorw. von Otfried Nippold
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