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Burgund in Köln in der Nähe des Hauses WeidenbachQuartier nahm und bei dieser Gelegenheit den Brü-dern einen Besuch abstattete, überreichten diese alsGeschenk ein „heiliges Buch", welches ein ;Bruderkunstvoll geschrieben hatte 1 . Des Kaisers Dank kamdurch eine vom 13. September 1475 datierte Urkunde 2zum Ausdruck: die Weidenbacher Brüder wurden zukaiserlichen und des heiligen Römischen Reichs Vi-karen undKaplänen ernannt. Würde Köln dem HauseWeidenbach die Kunst des Buchdruckes verdankthaben, so würden die Brüder 1475 schwerlich ein ge-schriebenes Buch überreicht haben und die Urkundewürde ein solches Verdienst sicherlich nicht mit Still-schweigen übergangen haben. In dem Nekrologiumdes Klosters, welches bis 1417 zurückgeht, findet sichgleichfalls keine Spur von einer typographischen Thä-tigkeit der Fraterherren 3 .
Neben Ulrich Zell sollen nach Madden auch Gos-win Gops von Euskirchen , Konrad Winters vonHomburg, Johann Guldenschaff, Johann Veldener,Johann Mentelin , sowie der Drucker mit dem bizarrenR im Hause Weidenbach gearbeitet, auch WilliamCaxton seine erste Lehrzeit daselbst durchgemachthaben. Von den genannten, soweit sie überhaupt inKöln gedruckt haben, sind gänzlich verschiedene Ty-pen angewandt worden. Das allein ist schon Beweisgenug, dass dieselben nicht im Hause Weidenbachihre Kunst ausgeübt haben können. Zur Charakte-risierung der überaus kühnen SchlussfolgerungenMaddens diene noch folgendes. Erhard Winheim, der
1 Kölnische Volkszeitung vom 25. August 1887 Nr. 234. Vgl. Crom-bach, Annales Metropolis Agrippinae Coloniensis IV S. 238, Manuskr.im Stadtarchiv zu Köln. Gelenius, De admiranda magnitudine ColoniaeS. 451. Ennen, Geschichte d. Stadt Köln III S. 537.
2 Orig. im Stadtarchiv zu Köln. Winheim, Sacrarium Agrippinae 2. A.S. 150.
3 Schnorrenberg a. a. O. S. 503. 504.