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1. Der Ansprach stützte sich ausschliefslich auf die Ver-letzung des Vertrags.
2. Er sollte nur Vorsorge treffen für den Fall, dafs beiAblauf des Vertrags dieser abnorme Zustand noch fortdauerte,Italien sein Papier noch nicht eingezogen hätte.
3. Es war von einer Verpflichtung in Gold oder am Do-mizil der anderen Staaten zu zahlen nicht die Rede*).
Der französische Finanzminister legte, wie wir gesehenhaben, förmlich Protest dagegen ein, dafs man an die Er-hebung gegenseitiger Ansprüche lediglich auf Grund derMetallschwankungen denke. Er, wie alle Vertreter Frank-reichs , traten schon deswegen einem solchen Gedanken ent-gegen, weil sie überhaupt die Meinung nicht wollten auf-kommen lassen, dafs die Störung des Gleichgewichts Verhält-nisses zwischen den beiden Metallen eine dauernde sein könne.Der Zufall hatte schon früher einmal während der Couferenzvon 1874 gewollt, dafs um jene Zeit gerade Silber wieder aufdem Weltmarkt im Preise gestiegen war. Der AbgeordneteTeisserenc de Bort, welcher nachträglich der französischen Kammer Bericht über die Verbandlungen, beziehungsweiseüber den Beschlufs der Prägeeinschränkung erstattete, Ii eissich, dem Drange seines Herzens folgend, von dieser augen-blicklichen Constellation so weit verführen, dafs er ausrief:„Jede Befürchtung mufs heute schwinden, da auch die Werth-verminderung des Silbers beinah verschwunden ist. Eine ge-
*) Nur einen Augenblick war, wie oben berichtet, diese Goldzahlungals eine Pönalclausel aufgetaucht. Im Laufe der diplomatischen Verhand-lungen , welche sich an die Einziehung der italienischen Scheidemünzenknüpften, für welche Frankreich die Finanzirung übernahm, tauchte ebenfallsder Gedanke des Ausgleichs in Gold auf, wurde aber in allseitiger Ueber-einstimmung wieder fallen gelassen und sogar die Frage des Domizils bracheinen Augenblick hervor, um alsbald wieder zu verschwinden. Der Präsidentder Conferenz und damalige Finanzminister Leon Say sagte bei diesem Anlafs:Le reglement du solde ä payer n'est pas prevu par la Convention pour lespieces d'argent de 5 francs. Doit-il etre paye en traites sur le pays quirecoit les pieces ou en traites sur le pays qui les envoie? et, dans le cascite plus haut, en lettres de change sur Rome ou en lettres de change surParis? (Conferenz von 1878. 4. Sitzung.)
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