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Nach drei präludirenden Artikeln kommt er zum Kernder Sache. Man kann diesen nicht besser herausheben, als,indem man das vom Verfasser selbst vorangestellte Summariumwiedergiebt: „Zerwürfnifs in der lateinischen Union. Schonin Rom ist die Auflösung derselben beschlossen -worden. IhreLiquidation. Wie sie gemacht wird. Jedem Staat seine eigeneMünze zurück. Das Gold wird man nicht herausgeben, son-dern nur das Silber!"
Der Text fängt damit an, den Kleinen den Text zu lesen.Die Schweiz und Belgien , die man im Jahre 1881 doch aufdem Fufs der Gleichheit mit den grofsen Mächten zu derinternationalen Münzconferenz von 1881 zugelassen, haben un-dankbarer Weise sich erlaubt, allda gegen das bimetallistischeProgramm zu meutern, welches Frankreich und Amerika vor-geschlagen hatten, haben den Engländern in ihrem Widerstanddagegen ihren Beifall gezollt. Die italienische Regierung aber,die zwischen Bi- und Monometallismus hin- und hergeschwankt(was freilich sehr zutrifft), habe jetzt nur noch ein Ziel vorAugen: sich vor einer Silberüberschwemmung zu wahren; unddie von ihr ergriffenen Mafsregeln bedeuten mit Nothwendig-keit die Auflösung der lateinischen Union. Und nun folgendie Vorschläge der Liquidation ganz so, wie sie später indem Antrag des französischen Delegirten formulirt wordensind (Siehe oben S. 19 u. ff).
Die Rechnung würde sich nach verschiedenen Schätzungen,welche deshalb nicht ganz zuverlässig sein können, weil mannicht wissen kann, wie viel von den vor 1872 geprägtenThalern eingeschmolzen sein mögen, ungefähr so stellen, dafsvon italienischen Stücken noch für 450 Millionen Frankenexistirten, wovon sich nur 100 in Italien selbst befänden. Dernoch vorhandene Betrag von Fünffranken belgischen Geprägeswird auf 400 Millionen veranschlagt, wogegen sich der ausfranzösischen und belgischen Stücken zusammengesetzte Vor-rath innerhalb des Königsreichs auf 275 Millionen beziffernsoll. Nach diesen Schätzungen hätte also Italien 350 Millionen,Belgien 125 Millionen Silberfranken gegen entsprechende Gold-