I.
Jugend. Lehr- und Wanderjahre. Paris .
Wenige von denjenigen, welche in Ludwig Bamberger denMitbegründer der deutschen Geld- und Bankverfassung verehren,sind darüber unterrichtet, auf welch' merkwürdigen Wegen ihndas Schicksal zu dieser grossen Mission herangebildet hat.Welch' eine klare und reife wissenschaftliche Erkenntnis derProbleme des Geld- und Bankwesens und welch' eine Füllepraktischer Erfahrungen mussten sich in diesem einen Mannzusammenfinden, um ihn zu den ausserordentlichen Lei-stungen zu befähigen, die seinen Namen für alle Zeiten mitder deutschen Geld- und Bankreform verknüpfen. Ein trivialesWort besagt: Die rechte Zeit findet stets den rechten Mann.Aber der rechte Mann fällt nicht mit allen den für die Aufgabender Zeit erforderlichen Eigenschaften vom Himmel, und wasals geschlossene Persönlichkeit vor den Augen der Mitwelt undNachwelt steht, ist oft das Ergebnis einer langen und wunder-baren Schulung durch die harte Notwendigkeit des Lebens.Nur wer diesen Werdegang kennt, ist im stände, die Wirk-samkeit eines bedeutenden Mannes von Grund aus zu würdigen.
Ludwig Bamberger hat in seinen nachgelassenen Erinne-rungen sein Leben bis zu dem Zeitpunkt geschildert, wo sichihm mit der Neugestaltung Deutschlands ein freies Feld fürdie Mitarbeit an den grossen gesetzgeberischen Aufgaben er-öffnete. Auf Grund dieser „Erinnerungen" sei hier in kurzenZügen das zum Verständnis seiner währungs- und bankpolitischenWirksamkeit erforderliche mitgeteilt.