allerhand widerwärtige Vorstellungen heraufbeschwor, dass mirder Gang recht sauer ward, und es dauerte nicht nur sehrlange, bis ich mich daran gewöhnte, sondern nach vielen Jahren,als ich längst abgestumpft war, blieb es noch mein ernstes Ver-langen, mich von dieser Funktion zu befreien, und ich machtemich wenigstens teilweise davon los, sobald ich konnte."
Ausserhalb des Geschäfts fand Bamberger damals reichegeistige Anregung an dem lebhaften Verkehr mit H. B. Oppen-heim, der damals in Brüssel wohnte. Dieser wurde jedochals verdächtiger Flüchtling im Januar 1851 aus Belgien ausge-wiesen, und von diesem Zeitpunkt an war Bamberger mitseinen wissenschaftlichen und politischen Interessen ganz aufsich selbst beschränkt.
Im Frühjahr 1851 war die Lehrzeit vollendet. Bambergerentschied sich dafür, in Rotterdam ein bescheidenes Bank-geschäft zu gründen. Um Land und Leute kennen zu lernen,ging er im Juni 1851 für einige Wochen nach Amsterdam undwar bei dem dortigen Geschäft der Brüder Bischoffsheimthätig. Im September 1851 siedelte er nach Rotterdam über.Seine mütterlichen Oheime borgten ihm ein kleines Kapital,und die Firma Bischoffsheim gab in der Form einer Kommandi-tierung einen mässigen Betrag dazu. Bambergers Vater konntesich nur mit der geringen Summe von 5000 fl. beteiligen. Mitdiesen Mitteln wurde ein Bankgeschäft unter der Firma L. A.Bamberger & Co. begründet, das leidlich gedieh. Der Zweck,welcher Bamberger zur Banklaufbahn bestimmt hatte, war er-reicht. Bamberger hatte nun eine selbständige und aus-kömmliche Existenz und konnte am 5. Mai 1852 seine Brautheimführen.
Das Rotterdamer Geschäft bot jedoch für die Zukunftkeine glänzenden Aussichten. Deshalb nahm Bamberger imSommer 1853 mit Freuden den Vorschlag an, in das PariserGeschäft der Firma Bischoffsheim überzugehen. Er tratnicht als Gesellschafter in das Geschäft ein, sondern als Pro-kurist mit einem kleinen Anteil am Reingewinn des Gesamt-hauses.
Das war ein entscheidender Wendepunkt in BambergersLeben. Bisher war es ihm nicht gelungen, sich mit dem Beruf,