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tigste Instrument zur zweckmässigen Durchführung der Geld-reform und zur Erhaltung der neu zu begründenden Geldver-fassung.
III.
Die Reformbewegung in Deutschland .
Als Bamberger im Jahre 1867 zu dauerndem Aufenthaltnach Deutschland zurückkehrte, war dort bereits eine lebhafteBewegung zur Reform des deutschen Geldwesens im Gang.
Der Wunsch nach einer deutschen Münzeinheit warnahezu ebenso alt, wie die deutsche Münzzersplitterung. Derdeutsche Münzverein von 1838 war aus diesem Wunsch hervor-gegangen, aber er befriedigte die Forderung nach einem einheit-lichen Münzwesen so wenig, dass auch nach seiner Erneuerungund Erweiterung im Jahre 1857 die Bewegung zu gunsten einervölligen Münzeinheit keinen Augenblick zum Stillstand kam.
Infolge der internationalen Entwicklung der Währungsver-hältnisse, welche durch die kalifornischen und australischenGoldfunde hervorgerufen wurde, kam zu der Forderung derdeutschen Münzeinheit die Agitation zu gunsten einer inter-nationalenMiinzeinigung und der Goldwährung hinzu.
Die münztechnischen Vorzüge der Goldwährung waren inDeutschland schon in den dreissiger Jahren des 19. Jahrhundertserkannt und hervorgehoben worden von dem verdienstvollenNationalökonomen J. G. H o f f m a n n. Aber damals war ein Über-gang zur Goldwährung in Anbetracht der Verhältnisse der Edel-metallproduktion kaum möglich. In den fünfziger Jahren rich-tete die gewaltige Steigerung der Goldproduktion, wie in Frank-reich, so auch in Deutschland eine grosse Verwirrung in denKöpfen der Theoretiker an, und man erwartete eine starke Ent-wertung des Goldes. Als sich diese Erwartung nicht bestätigteund als die Vorzüge eines Goldumlaufes immer mehr erkannt undgewürdigt wurden, gelangte der zuerst von Adolf Soetbeer ausgesprochene Gedanke, dass die vermehrte Goldproduktion