nationale Münzkonferenz von 1867 gaben der Idee einer inter-nationalen Münzeinigung eine neue Flugkraft. Im Jahre1867 erklärte der volkswirtschaftliche Kongress den Anschlussan das Frankensystem und den Übergang zur Goldwährung fürwünschenswert; im Jahre 1868 schloss sich der Handelstagdieser Erklärung an. Im Juni 1868 beschloss der NorddeutscheReichstag eine Resolution, welche ein Münzsystem verlangte,das „möglichst viel Garantien einer Erweiterung zu einem all-gemeinen Münzsystem aller zivilisierten Staaten biete", und einJahr später wurde ein gleichlautender Antrag im Zollparlamentangenommen.
Im Gegensatz zu diesen Beschlüssen, welche die öffentlicheMeinung wiederspiegelten, verhielt sich die deutsche Regierungsehr zurückhaltend. Bei den Verhandlungen über den Abschlussdes Wiener Münzvertrags, der im Jahre 1857 zu stände kam,hatte Österreich den Übergang zur Goldwährung vorgeschlagen,aber die preussische Regierung hatte sich diesem Antrag aufsäusserste widersetzt.
Als in der Folgezeit die Furcht vor einer Goldentwertungsich als grundlos erwies, und als das Goldgeld überall immermehr Boden gewann, wurde auch bei den deutschen Regierungendie Stimmung für das Gold etwas freundlicher. Aber es dauertenoch lange, bis der Übergang zur Goldwährung ernsthaft inBetracht gezogen wurde.
Die Gründung des Norddeutschen Bundes, welche das inder staatlichen Zersplitterung liegende Hindernis für eine durch-greifende Münzreform wenigstens hinsichtlich des Gebietes nörd-lich der Mainlinie beseitigte, liess die Münzfrage wieder brennendererscheinen. Die Pariser internationale Münzkonferenz von 1867wirkte nach derselben Richtung. Aber gerade auf dieser Kon-ferenz zeigte sich, wie wenig Klarheit innerhalb der deutschenRegierungen über die vorzunehmende Münzreform bestand. DerDelegierte Preussens, Geheimrat M e i n e c k e, gab zwar mitder grossen Mehrheit sein Votum dahin ab, dass eine Welt-münzeinheit nur auf Grund der Goldwährung denkbar sei; abergleichzeitig erklärte er, in Preussen sei man bisher mit derSilberwährung zufrieden und man habe keinen zwingendenGrund zum Währungswechsel; indessen werde die preussischeRegierung die Frage in Betracht ziehen. Bezüglich des Über-