Die Gold- und Silberfrage.
Die Entdeckung der kalifornischen und australischen Gold-lager hat die praktischen und theoretischen Finanzleute, vor-nehmlich aber die letzteren, zu besonders eifrigen Unter-suchungen der Frage angeregt: welches von den beiden gang-baren edlen Metallen sich vorzugsweise zur Ausmünzung em-pfehle? In Frankreich mehr, als in anderen Ländern wurdedas Problem zu einer stehenden und mit Heftigkeit behandeltenTagesfrage. An die Untersuchung: ob Gold oder Silber?knüpfte sich unmittelbar die Frage an, ob Gold und Silber?Und in der That forderte die Beschaffenheit des Geldverkehrsin diesem Lande mehr als in jedem anderen zur gewissenhaftenPrüfung der Theorie und zur thatsächlichen Anwendung dererwarteten Lösung auf. Obwohl Frankreich seit lange herGold- und Silbermünzen gehabt hatte, so war doch Silber beiweitem das vorherrschende und in der Masse beliebtere Ver-kehrsmittel. Der silberne Fünffrankenthaler konnte mit ebenso vielem Recht, als Ludwig Philipps Konstitution dies vomKatholizismus aussagte, die Religion der Majorität der Fran-zosen genannt werden, obgleich daneben auch etwas Protestan-tismus und Louisd'or mit gesetzlicher Gleichheit existierten. Derlebendige Austausch mit England , in welches das Gold desvierten und fünften Weltteils jetzt hereinströmte, musste sofortauf die Cirkulation in Frankreich eine um so mehr eingreifendeWirkung ausüben, als dieses selbe England für seinen starkenVerkehr mit Indien und China sich allein des Silbers bedienenkonnte. Frankreich, anfangs auch Holland und Belgien , wurdendie Abzugskanäle für das überschüssige Gold, die Bezugsquellen