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würde. Sie kaufte selbst im Auslande Silber mit Prämie undführte es nach Frankreich . Das oberste Handelsinstitut desLandes dokumentierte so wenig Einsicht in die Macht derkommerziellen Bewegungsgesetze, dass es unternahm, mitkünstlichen Anstrengungen diejenige Ware ins Land hereinzu-ziehen, welche der Weltmarkt aus demselben herauszog. Waswar die Folge? Die Prämie, welche von der französischen Bank bezahlt wurde, vermehrte die Wucht der Silbernachfrage,erlaubte noch ein höheres Agio als bisher zu zahlen und mit-hin auch das Aufkaufen der Silbermünzen in denjenigen Re-gionen Frankreichs zu betreiben, welche bei niedrigerem Silber-preis diesen Spekulationen noch unzugänglich gewesen waren.So entstand eine ganz regelmässige Wechselwirkung zwischenden Silberkäufen der Bank und der Ausfuhr: diese wurde be-ständig von jener vorwärts getrieben; ja, es begab sich dasPossierliche, dass man jenseits der Grenze der Bank das Silberverkaufte, welches man eben aus Frankreich herausgeführthatte, und Eisenbahnbeamte der holländischen und belgischenLinien haben aufs ernsteste — und ganz glaubhafterweise —versichert, dass sie eine Zeitlang für Rechnung eines grossenBankhauses, welches der Bank das kostbare Silber schaffte, die-selben Barren an einem Tage von Valenciennes nach Amster-dam und am folgenden Tage von Amsterdam nach Valen-ciennes zurückbefördern sahen. Dieses intelligente Spiel hatdie Aktionäre der Bank von Frankreich in den drei Jahren von1855 bis 1858 vierzehn Millionen Franken gekostet, welche fürSilberagio ausgegeben wurden. Unter solchen Umständenbraucht man sich nicht zu wundern, dass das Silber auf 1 x / 2 %Agio ging oder auf 2 °/ 0 , wie Chevalier (meines Entsinnens mitUnrecht) behauptet. Auf solche Unterstützung durfte er alsFreihändler für seine Prophezeihungen nicht rechnen.
Mit dem Jahre 1859 trat e i' ie merkliche Veränderung indem gegenseitigen Verhältnis der beiden Metalle ein. DasSilberagio nahm ab. Gold fand einen bedeutenden Abzug.Der italienische Krieg war eine der Hauptursachen dieser neuenWendung. Zur Unterhaltung der französischen Armee wie zuden Vorschüssen für die piemontesische Regierung gingen fort-während starke Goldsendungen nach Italien. Verschiedenekommerzielle Nebenumstände wirkten mit; und als nun die