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unserer allerjüngsten parlamentarischen Vergangenheit Ihneneinen Beweis zu geben. Als jüngst die Klagen der HerrenVertreter von Elsass-Lothringen hier laut wurden wegen desMangels an Cirkulationsmitteln, so wurde Ihnen zur Recht-fertigung von Seiten des Bundestisches geantwortet, dass mansein möglichstes gethan hätte, sie zu befriedigen und dass manunter anderem 8 Millionen, so viel war es, glaube ich, inZwanzigmarkstücken nach Elsass-Lothringen geschickt habe.Nun, meine Herren, wenn ich die Massregel zu ergreifen gehabt,so hätte ich, glaube ich, anders gehandelt; ich hätte liebermeine Zwanzigmarkstücke nach Pommern und Ostpreussen ge-schickt und deutsches Silber nach Elsass-Lothringen, als dassich deutsches Gold nach Elsass-Lothringen geschickt hätte, mitanderen Worten, als dass ich den Leuten, die auf die Ausfuhrspekulierten, das Porto von hier nach Strassburg oder Metzauf eigene Kosten bezahlt hätte. (Heiterkeit.)
Was mich betrifft, so zweifle ich kaum, dass diese 8 MillionenGoldes nicht lange in Elsass-Lothringen geblieben sind; ichwill damit durchaus nicht eine unliebsame Kritik aussprechen,sondern nur andeuten, wie ausserordentlich geschäftsmässigjeder einzelne Teil der grossen Aufgabe betrieben werden muss,die wir in Gestalt unserer Münzreform vorhaben, wie notwendig
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es ist, nicht bloss verwaltungsmässig, sondern im innigsten Bundemit einer geschäftsmässigen Behandlung der Dinge auf alleEinzelheiten Acht zu haben.
Nun, meine Herren, wäre, wie ich glaube, soweit dieseFrage erst in ihrem geringsten Teile ins Klare gekommen.
Viel wichtiger als der Punkt, ob Gold jetzt hinweggeheoder nicht, ist die Frage, die auch der Herr Präsident desReichskanzleramts berührt hat: wie soll denn in der Zukunftes gehalten werden? wie denken wir uns die vollständige Durch-führung unserer Münzreform? Und hier, ehe ich diesen Punktberühre, erlauben Sie mir nur noch dem Herrn Abgeordnetenvon Kardorff mein Wort zu halten, der damals meine Aussageanzweifelte, als ich ihm bemerkte, die Valutaverhältnisse vonDeutschland nach dem Auslande könnten um so weniger einErgebnis unserer neuen Münzanordnungen sein, als sie bereitslange vor denselben in ähnlicher Stärke bestanden hätten; erhat damals so bedenklich das Haupt geschüttelt, dass wirklich