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heuren Welt, welche seit Jahrtausenden die grösste Masse desSilbers aufgesogen hat, und welche mit der Zähigkeit uraltenHerkommens an ihren Sitten hält, ein neues Geld an Stelle desalten zu bieten, ist vorerst unfassbar. In dem Anfang der sech-ziger Jahre, als der gesteigerte Silberverbrauch des indischenHandels eine Verlegenheit für England wurde, machte es denVersuch, Goldmünzen in seinen Kolonien einzuführen, aber mitsehr geringem Erfolg. In jüngster Zeit hat das neuerungsseligeJapan dem Golde sein Gebiet geöffnet. Aber an der grossenUnterlage der asiatischen Geldgewohnheiten und Verkehrsver-hältnisse ist damit noch wenig erschüttert.
England könnte und müsste um so ruhiger der Weiter-entwicklung der Dinge zuschauen, als wenigstens vor demSchaden der doppelten Währung und dem damit zusammen-hängenden Wirrwarr sein indisches Reich in der Hauptsachebewahrt bleibt, weil es in dem Rupienfuss die einfache Silber-währung hat.
Aber die Wechselbeziehungen zwischen dem in Goldrechnenden Mutterland und den in Silber rechnenden Kolonienmachen die Metallkrise zur Quelle eigentümlicher Verlegenheitfür das mächtige Inselreich und rauben ihm das Glück, mitkühlem Herzen den Perplexitäten des Festlandes beizuwohnen.Das englische Staatsbudget ist mit seinen Einnahmen an dieErgiebigkeit der indischen Länder gebunden. Wenn diese inSilber zahlen, und Silber immer weniger wert wird, so wirddas Loch in den Einnahmen immer grösser, und jeder Penny,um den die Unze am Markt sinkt, fällt als ein empfindlichesGewicht auf die Schultern des britischen oder indischen Steuer-zahlers.
Mehr und mehr ergriff daher diese Sorge alle die, welchedes Haushaltes im britischen Reiche zu warten haben. Undendlich fand sie, dem politischen Herkommen gemäss, ihrenAusdruck in der Niedersetzung einer parlamentarischen Kom-mission ( select comrnittee), welcher die Aufgabe zufiel: dengegenwärtigen Stand der Dinge und deren Ursprung, nament-lich mit Rücksicht auf den indischen Wechselkurs zu ermitteln.Ratschläge zur Abhilfe wurden nicht verlangt und, sich strengan ihre Vorschrift haltend, vermied die Kommission jeden Aus-spruch, welcher Massregeln anzuempfehlen scheinen konnte.