Stelle richtig gewürdigt werden kann. Die ungeheuren Schätze'welche von den amerikanischen Unternehmern aus Comstöck-Lode gezogen werden, bestehen nämlich entfernt nicht aus-schliesslich aus Silbererz. Beinahe die Hälfte, dem Werte nachberechnet, ist Gold, 40 bis 45 Prozent der Förderung. Daswäre also schon eine wesentliche Zubusse für die wachsendeNachfrage. Und neben dieser isolierten Erscheinung steht unter-stützend für uns die allgemeine, dass im grossen und ganzenim Laufe der Zeiten die Produktion des Goldes, verglichen zuder des Silbers, stetig im Wachsen geblieben ist, seit mindestensdreissig Jahren auch an absolutem Wert die Summe des ge-wonnenen Silbers namhaft übersteigt. Ist auch das Verhältnisnicht mehr so überwältigend zu Gunsten des< Goldes, wie indem Anfang der fünfziger Jahre (das Jahr 1852 weist 790Millionen Mark Gold gegen 178 Millionen Silber auf), so ist esnoch immer beträchtlich genug und ergiebt selbst für das Jahr1875 trotz der grossen Silbergewinnung noch die Zahlen: Ge-samtproduktion in Gold : 500 Millionen Mark, an Silber 340.
Bedenkt man hierzu noch, dass Gold, eben weil es kon-centrierteren Wert, oder was gleichbedeutend ist, grössere Be-weglichkeit bietet, schneller cirkuliert, so entspringt daraus dieweitere Konsequenz, dass das Verkehrsgebiet mit einer ge-ringeren Summe an Gold als an Silber auskommen kann,was auch eine absolute Ersparnis für den Volkshaushalt mitsich bringt.
Und letztlich ist es gewiss nicht als ein Übel anzuschauen,wenn dem natürlichen, stets die Preise der meisten Dinge all-mählich hinauftreibenden Zuge der Zeit ein stiller Widerstandentgegenarbeitet in der verlangsamten Zufuhr des Edelmetalls.
Darum glauben wir, uns noch nicht plagen zu müssen mitder Sorge um die Beschaffung des Goldes für den Erdball.Und wenn der ganze Zug der menschlichen Sitten und Bedürf-nisse auf den Weg nach den Goldmünzen hindrängt, so werdenihn jene Angstberechnungen doch nicht aufhalten. Am aller-wenigsten werden sie es dahin bringen, aus dem gekünstelten,widernatürlichen System eines unabänderlichen Wechselverhält-nisses zweier Metalle ein natürliches zu machen. Feste Wert-verhältnisse vorschreiben heisst im Grunde nichts anderes, alsdas eine der zwei in wechselseitiges Verhältnis gesetzten Dinge