kann, warum nicht dann einen Schritt weiter gehen ? Wozubraucht es dann Silber und Gold? Nehmen wir doch ohneweiteres Papier, und wir haben sofort den Stein der Weisengefunden und sind aller Schmerzen bar! Es ist nicht dasselbe,wird man sagen. Ich bitte um Verzeihung: es ist ganz das-selbe! Wenn man durch Vertrag dekretieren kann, dass in derganzen civilisierten Welt i Gramm Gold genau so viel wertsein soll wie 15 1 / 2 Gramm Silber (das Quinze et demi universeldes famosen Don Cernuschi), obgleich auf dem Markte 1 GrammGold nicht unter 17 Gramm Silber zu kaufen ist; wenn derWille aller Kontrahenten genügt, dem Silber 10 Prozent mehrGeltung zu sichern, als es aus eigener Kraft besitzt: wer kannsie dann hindern, dem Papier, das gar nichts wert ist, dieselbeGeltung zu verschaffen? Der Verstand sträubt sich, auf eineEinrichtung einzugehen. Das kommt bloss daher, dass hier derWidersinn sehr dick aufgetragen ist. Es ist aber der gleicheWidersinn, welcher im anderen Vorschlag steckt. Wer ausnichts den kleinsten Strohhalm machen könnte, könnte auchdie Welt machen. Zum Überfluss hat es niemals an Narren,Phantasten und Konfusionsräten gefehlt, denen der Gedankelächelte, der Menschheit auf diesem, in der Geschichte derFinanzthorheiten allerdings nicht ungewöhnlichen Wege derWertdekretierung zu helfen. Es sei fern, alle die ehrenwertenLeute, welche uns die bimetallischen Weltverträge anpreisen,in einen und denselben Topf zu werfen. Aber charakteristischbleibt es doch, dass Napoleon III., welcher die Verbrüderungder lateinischen Rasse bis nach Mexiko tragen wollte, auchdie Weltmünz-Konvention in Paris versammelte, dagegen dasnüchterne England mit seinem gesunden Selbsterhaltungstriebvon jeher am wenigsten den süssen Klängen dieser Universal-symphonie sein Ohr zu leihen geneigt war.
Diese beliebte Irrung hat so sichtbar die Tendenz desganzen Werkes über die „Zukunft des Goldes" bestimmt, dasswir uns nicht wundern dürfen, darin auch den anderen Irrtümernzu begegnen, welche am Rande dieses Abwegs gedeihen. Sowiederholt Süss den längst widerlegten Satz, dass die deutscheMünzreform dem Preise des Silbers den Hauptstoss gegebenhabe*), unbekümmert darum, dass auch die umfangreiche und
*) Sie habe „wesentlich zum Sturz des Silberpreises beigetragen". S. 28.