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abnähmen, und das, was sie uns dafür geben (wenn er über-haupt daran dachte, dass sie etwas dafür geben), uns aufdrängten.Noch weniger wird ihm der Gedanke beigekommen sein, dasses nur von unserem Belieben abhängt, ebenfalls Gold und Silberzu erhalten, wenn wir nur andere Sachen dafür hergeben wollen;dass der Tausch nur das Werk derer ist, welche auf andereGüter mehr Wert legen, und zwar mit gutem Grund, als aufdas Gold, das sie dafür zahlen. Aber merkwürdigerweise stossenwir selbst in dem gelehrten wohldurchdachten Werk, das unsvorliegt, auf Anwandlungen, die von den eben geschilderten desguten Publikums nicht sehr weit abliegen. Der praktischeZweck, die Wiederherstellung der österreichischen Valuta, er-scheint auf dem Hintergrunde dieser Untersuchung mit Silberoder vielleicht gar mit Silber und Gold erreichbar, nicht abermit Gold allein. Verstehe das, wer wolle! Warum hat nochniemand in Deutschland und Österreich , wo doch der Kaffeeein so unentbehrliches und allgemeines Nahrungsmittel ist, be-fürchtet, dass man nicht im stände sein möchte, die Bevölkerungmit dem nötigen Vorrat zu versehen? Kaffee kommt von jen-seits des Meeres gerade so wie Gold und muss gerade so be-zahlt werden. Ja, sogar wenn Österreich eine Silberwährung•herstellen wollte, würde es, mittelbar wenigstens, den grösstenTeil aus England beziehen müssen, insbesondere falls wirDeutschen, auf Professor Süss' Vorschlag hörend, gleichzeitigauch die Silberwährung bei uns wieder ins Leben rufen wollten,also nichts abzugeben hätten. Und selbst wenn wir das nichtthäten, sondern, wie schon manchmal angeregt wurde, unserüberschüssiges Silber dem Nachbar verkaufen wollten, müssteer es weniger mit irgend einer Ausfuhr bezahlen, als wenn erGold aus London, New-York, San Francisko oder Melbourne bezöge? Warum sollte es ihm also schwerer werden Gold-münzen herzustellen als silberne? Vorerst giebt es noch Goldgenug in der Welt, und ein Land, welches nicht erst, wie Deutsch-land , sein Silber zu verkaufen braucht, sondern keines oderwenig im Umlauf hat, ist gewissermassen nur um so besserdaran. Sollte man dem Einwurf begegnen, dass Gold teurersei als Silber? Was heisst hier teuer, was wohlfeil? Von demAugenblick an, da das eine Metall teurer ist, braucht der Um-lauf von demselben ebensoviel weniger, als er von dem wohl-