ganzen ein Kapitel von nur 25 Seiten gewidmet, währendWolff sich nur mit Australien beschäftigt und etwa den acht-fachen Raum darauf verwendet. Natürlich beweist dies alleingar nichts für oder gegen die Stoffmenge, welche von einemund vom anderen verwertet sein mag. Aber voraussetzend,dass beide Teile mit gleichem Fleiss und gleicher Gewissen-haftigkeit gearbeitet und geforscht haben, kann billigerweisedie dem einen Gegenstand ausschliesslich gewidmete, in allenEinzelheiten breit angelegte Untersuchung auf ihrem Felde einenhöheren Grad von Autorität beanspruchen. Ich gestehe ferner,dass ich in den hier zur Lösung gestellten Fragen lieber demBergmann folge, als dem Geologen, und wenn nun dieser zudem entgegengesetzten Resultat gelangt, wie jener, wenn aberbeide darin einig gehen, dass Australien für die moderne Gold-produktion das wichtigste Land ist, so ergiebt sich die Nutz-anwendung in der Hauptsache von selbst. Wolff erklärt schonim Eingang seiner Schrift, dass die Goldproduktion Australiens sich vergrössern, dessen Goldbergbau sich ausdehnen und hebenwerde. Im einzelnen wiederholt er diese Aussage an zahl-reichen Stellen. Zwei Gesichtspunkte sind es namentlich, auswelchen im Verlauf der Darstellungen die Grundverschiedenheitin den Schlussfolgerungen unserer beiden Autoren hervortritt.Während Süss, getreu seiner Hypothese über den Ursprung dergrossen Goldablagerungen, uns auf den Gedanken bringt, dassder im Gang eingeschlossene Goldvorrat sehr gering und derregelmässige Abbau desselben ziemlich hoffnungslos sei, findenwir bei Wolff weder jene Hypothese noch diesen Schluss. Nebender Ausbeute der rasch zu erschöpfenden Felder oder Seifen-lager, welche dem Menschen durch die zerstörende Arbeit derElemente vor die Füsse gelegt wurden, bleibt für den austra-lischen Forscher der auf Gold gerichtete bergmännische Betriebnicht minder wichtig, wenn nicht noch wichtiger und zukunfts-voller. Gerade da, wo er jene durch die Einwirkung vonWasser und Luft auf mechanischem Wege angesammelten Vor-räte findet, schliesst er zurück auf solide Gänge, denen sie ent-stammen und welche dem künftigen Abbau vorbehalten bleiben,wenn das leichtere Werk der Gegenwart sich erschöpft habenwird. Er hält dafür, dass an vielen Stellen die Ausscheidung,der die Felder von Viktoria z. B. ihre Entstehung verdanken,
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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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428
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