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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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Einzelheiten einer geologischen Kontroverse aufwarten zu wollen.Genug, dass WolfT, weit entfernt, die glänzenden Resultate derersten Periode und den seitdem eingetretenen Rückschlag zuignorieren, doch zu dem Schluss gelangt: es steht Australien eine unabsehbare Reihe von stetigen und ergiebigen Golderntennach Massgabe der um sich greifenden Forschungen und desverbesserten Betriebs bevor. Er sagt es mit ausdrücklichenWorten: dass die Ausbeute sich dann erst wieder zur Fülleder früheren Jahre erheben werde,wenn der Abbau der nachTausenden zählenden Gänge und Lagergänge allgemeiner undenergischer als bisher in Angriff genommen wird." Und vonNeu-Seeland heisst es (denn auch auf die Inseln setzen sich dieSchätze des Festlandes fort):Trotz der relativ grossen Pro-duktion sind bisher nur wenige Gänge an derselben beteiligt,und es lässt sich aus allem, was über die neuseeländischenLagerstätten bekannt geworden ist, für den Gangbergbau, wenner in ausgedehnterem Masse und nach guten wirtschaftlichenGrundsätzen betrieben wird, eine glänzende Zukunft und einedie jetzige weit übersteigende Gesamtproduktion ohne jedenOptimismus voraussehen."

Gerade für den Bezirk Viktoria, welchem die leicht zu-gänglichen Alluviallagerungen am meisten Erfolge verschaffthaben, wird die Vermutung aufgestellt, dass der Gangbau eineviel grössere Zukunft habe,weil es gewöhnlich in jedem Gold-felde nur wenige Gänge sind, welche jetzt schon bewirtschaftetwerden; das Verhältnis der bebauten Gänge zu der Gesamt-zahl der Gänge dürfte in Wirklichkeit zehn Prozent kaum über-steigen. Es sind wahrscheinlich 90 Prozent von der Gesamt-zahl der Gänge noch nicht in Abbau genommen und die in2881 Quarzgängen vorhandenen Goldmengen warten noch derGewinnung."

Doch genug der Citate! Sie alle beweisen freilich nicht,dass nach Jahrhunderten noch das edle Metall in unerschöpf-lichen Strömen hervorquellen wird. Dies zu beweisen möchteüberhaupt schwer sein, wie günstig auch immer das Reich derThatsachen sich dem Augenschein darstelle. Mindestens ebensoschwer aber muss es fallen, den Beweis des Gegenteils zuführen. Allein warum denn uns gerade auf die problematischeentfernte Zukunft einrichten?