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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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Herrn Abgeordneten Delbrück, dass ihm die Antwort gewordenwäre: es sei zwar die Interpellation nicht willkommen, manwerde sie aber beantworten (hört! hört! links) zu unserer Be-schwichtigung, dass an der Sache nichts wäre. Von einemAngebot, auf irgend eine Weise diese Beschwichtigung deröffentlichen Meinung herbeizuführen, die wir verlangten, jadavon war mit keiner Silbe die Rede. (Hört! hört! links,Zuruf: Mit Recht!) Mit Recht? So versetze sich der Herr,welcher mir dies zuruft, doch in die Lage derer, die ausdrück-lich von der Regierung über eine die öffentliche Meinung undeine den ganzen Verkehr auf 'das ernsteste präokkupierendeFrage Aufklärung wollen und von ihr eine Antwort bekommen,die keine ist! Da erst waren wir in die Notwendigkeit gestellt,das letzte und äusserste Mittel zu versuchen, das uns übrigblieb, und ich habe beinahe allen Herren gegenüber, die dieseInterpellation unterschrieben, mich darüber ausgesprochen, dasswir den aufrichtigen Wunsch hätten, es würde eine einfachablehnende Erklärung, eine einfach verneinende Erklärung vonSeiten der Reichsregierung kommen, die jede Diskussion ent-behrlich mache. Aber nachdem der Herr Reichskanzler seineAuseinandersetzung mit diesen, wie mir scheint, jetzt voll-ständig widerlegten Vorwürfen begonnen, den grössten Nach-druck darauf gelegt, gewissermassen die Verantwortung für dieZukunft den Interpellanten zugeschoben hat, kam es mir wesent-lich darauf an, klar zu stellen, dass nichts versäumt worden istin diesen Dingen, und dass, wenn jemand sich nicht bewusstwar der Folgen, welche ein unrichtiges Verfahren hier nachsich ziehen könnte, es nicht die Interpellanten gewesen sind,denn sie haben alles gethan, um die Interpellation zu vermeiden.

Wenn nun der Herr Reichskanzler weiter gesagt hat, essei ja an und für sich gar kein Grund vorhanden, auf solcheGerüchte hin, auch wie sie aus England gekommen seien, sichzu beunruhigen, so muss ich ganz einfach antworten: die Sacheist, folglich kann sie auch sein. Die ganze Welt hat sich mitder Sache beunruhigt, hat sich damit beschäftigt, es giebt keinenennenswerte Zeitung, die den Gegenstand nicht in dem einenoder dem anderen Sinn interpretiert hätte, und wenn der HerrReichskanzler ich will einmal davon absehen, ob das viel-leicht eine Insinuation gewesen ist, ich glaube, bis jetzt schon