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noch mehr anspornen, als es gegenwärtig der Fall ist, würdeder Nutzen aus der Einfuhr steigen.
Auf alle diese Weise, meine Herren, sehen Sie, in welchemfragwürdigen Problem wir uns bewegen, wenn wir nun ein-greifen wollten in unsere Münzverfassung und alles, was mitdem deutschen Kredit je zusammengehangen hat, ins Schwankenbringen wollten.
Herr von Kardorff hat nun gesagt, wir hätten einen falschenGesichtspunkt, wie er sich ausdrückte, einen echt deutschenneidischen Charakterzug bekundet, dass wir uns vor dem Ge-danken fürchteten, wir könnten den anderen Ländern einenDienst leisten, wenn wir das Silber auf seinen alten Preis zurück-führten. Ich weiss nicht, ob es allgemein als ein Verdienst desHerrn von Kardorff anerkannt werden wird, dass er hier vonder Tribüne des Parlaments herab der deutschen Nation denCharakter des Neides so ganz vorzugsweise vindiziert. Ich habebis jetzt keine Veranlassung, zu glauben, dass die deutscheNation darin schlechter ist wie alle anderen Nationen, aber ermag dies mit seinen Freunden ausmachen. Ich sage nur, wennwir beweisen — und nichts ist leichter als dies — dass dieanderen Nationen so viel mehr unter der gegenwärtigen Silber-verlegenheit leiden als wir, so haben wir darin die strengstenBeweise geliefert, dass nicht, wie diese Herren wollen, wir inder Lage sind, die Initiative zu einer solchen Veränderungzu ergreifen. Meine Herren, das ist es, worauf wir den Nach-druck diesem Antrage gegenüber zu legen haben; das ist es,warum wir beweisen, dass alle anderen Länder in einer minderguten Lage sind als Deutschland ; wir wollen eben zeigen, dass,wenn überhaupt ein Grund wäre, eine solche Veränderung aufdiesem gewagten Wege in die Welt zu setzen, wir die letztenwären, die vorangehen müssten; dass wir abwarten müssten,was die anderen thun, wie es auch ganz korrekt die Haltungder Reichsregierung bei vorausgegangenen Münzkonferenzengewesen ist.
Wie gross ist denn die für uns aus den noch nicht abge-stossenen Thalern möglicherweise entstehende Verlegenheit? —Ich muss doch da wieder auf einen Einwurf des Herrn vonKardorff zurückkommen, der mich ja so viel koramiert hat»dass ich nicht umhin kann, von Zeit zu Zeit an seine Monita