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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
503
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Rede über die Verlängerung des Privilegiumsder Reichsbank,

gehalten im Reichstag am 8. November 1889.

(Vergl. Einleitung S. 149, 150.)

Meine Herren, ich glaube, nach der Debatte, wie sie bisjetzt verlaufen ist, wäre es kaum nötig, noch auf die Gründeeinzugehen, welche wir von Seiten der Gegner des Gesetz-entwurfs bis jetzt gehört haben. Es wäre auch vielleicht richtiggewesen von seiten des Herrn Abgeordneten Gamp, wenn erseine Rede mit der Erklärung eröffnet hätte, mit der er siegeschlossen hat, wenn er uns von vornherein gesagt hätte, dasseigentlich nach Entwickelung seines ungeheuren Schlachtplanesdas Resultat seiner Forderungen darauf hinausgehen werde,statt auf 10 Jahre nur auf 5 Jahre zu verlängern. Dann wäreallerdings vielleicht unsere Aufmerksamkeit weniger gespanntgewesen. Aber wir hätten uns auch weniger angestrengt, dar-über nachzudenken, wie wir seine Argumente widerlegen sollen.Denn darüber, ob man auf 5 oder auf IO Jahre jetzt die Bankverlängert, einen grossen Prinzipienstreit anzufangen, dafür eineKommission einzuberufen, das scheint mir ein ungeheurer Luxus.Herr Gamp hat wirklich seine ganzen Auseinandersetzungenso geführt wie jener Mann, der, von der Reise nach Hause ge-kommen, seinem Gastfreunde einen langen Brief schreibt übereine Dose, die bei ihm stehen geblieben sei, und dann einPostskript hinzusetzt: geben Sie sich keine Mühe, die Dose istgefunden. (Heiterkeit.) Das war ungefähr die Auseinander-setzung des Herrn Gamp.