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trägen. Sie haben aber — und das ist das Wichtigste — eineentschieden perhorreszierende Stellung eingenommen gegenalles, was nur irgendwie nach Bimetallismus riechen könnte.Selbst Herr Alfred von Rothschild, der den weitestgehendenVorschlag gemacht hat im Sinne der Silberwertverbesserung,selbst Herr Alfred von Rothschild, der der Meinung ist, die ichnicht teile, dass, wenn Amerika seine Silberverkäufe einstellt,eine grosse Katastrophe kommen wird, selbst dieser hat seinenVorschlag in der Konferenz damit eröffnet, dass er sagte: ichmuss vor allen Dingen erklären, ich bin ein abgesagter Feinddes. Bimetallismus! Und, meine Herren, die anderen Depu-tierten! Herr Currie, der zweite, hat eine der fulminantestenReden für die Goldwährung gehalten; ich glaube, ich habe nieso fulminant für die Goldwährung gesprochen, wie er es ge-than hat! (Heiterkeit.) Dann bleiben noch zwei andere: HerrFreemantie, der Direktor der englischen Münze, und Sir RiversWilson, der schon 1878 die englische Regierung auf der Münz-konferenz vertreten hat. Sie haben feierlich erklärt, dass sie inUbereinstimmung mit den Instruktionen ihrer Regierung undin Übereinstimmung unter einander sich dagegen verwahren,irgend ein bimetallistisches Programm anzunehmen oder zu ver-sichern, dass England daran dächte, entfernt von seiner mono-metallistischen Goldwährung abzugehen. Das ist die wahreStellung Englands !
Nun wollen Sie, dass wir mit unserer fertigen Währung,die wir kein Indien haben, die wir geringe Quantitäten vonSilber produzieren, uns die Köpfe zerbrechen sollen, wie wil-der Welt aus der Verlegenheit helfen können! Ja, wenn unsetwas gescheites einfiele, hätte ich nichts dagegen; aber dasKopfzerbrechen, nachdem so lange Jahre vergeblich nach etwasgesucht worden ist, hat doch gar keinen Sinn.
Und nun, meine Herren, schliesslich denken Sie doch aneines, in welchem Moment wir gerade stehen! Wir sind unter-brochen worden im Suchen nach Verteidigungsanstalten füreinen Krieg, der, wie wir alle zugeben, jeden Augenblick, wennauch die Situation noch so friedlich erscheint, über uns herein-brechen kann. Und nun, meine Herren, gegenüber dieserPräoccupation, dieser Sorge für einen Krieg, was schlagen Sievor? Ein Weltliebesbündnis, dass wir abschliessen sollen mit