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citierte Horace White führt einige Beispiele aus amerikanischenAufzeichnungen an, die lustige Kommentare dazu lieferten, soz. B. eine Auslegung, dass jeder amerikanische Weisse vonStaatswegen 16 Dollars geschenkt bekomme, jeder Neger abernur einen, weshalb die Neger für McKinley seien. Ich selbsthabe auf deutschem Boden ganz vor kurzem etwas Ähnlicheserlebt. Einer der ersten Berliner Bankiers erzählte mir lachend:Heute Mittag kam einer meiner Kunden zu mir ins Comptoir,ein Grundbesitzer von respektablem Charakter und Mitglieddes Bundes der Landwirte. Wir kamen auf die Gold- undSilberfrage zu reden, und natürlich erklärte sich der Mann fürinternationale Doppelwährung. Darauf fragte ich ihn, ob erdenn das Verhältnis von i zu ifür durchführbar halte?(In Europa steht die Formel nämlich auf i zu 15 1 / 2 , statt wiein Amerika auf i zu 16.) — Nun, antwortete er, ich will nichtgerade sagen, dass ich auf 15 1 /„ bestehe, ich habe mir gedacht,so etwas wie 14V2 °der i4 3 / 4 könnte auch gehen. — Ichglaube, setzte mein Bankier hinzu, hätte ich ihn gefragt, washalten Sie vom Verhältnis von 1 zu 78, so hätte jener geant-wortet: Ich bestehe grade nicht auf 78, sondern habe mir sogedacht, mit 777a bis 77 S U Hesse sich's auch machen. —r Undohne Zweifel hatte mein Berichterstatter mit dieser Vermutungrecht, denn einen grösseren Unsinn, als er in der obigen Be-antwortung der Frage über das Verhältnis liegt, hätte auchder unwissendste Neger sogar im Innern von Afrika nicht zumbesten geben können.
Im Ernste bedeutet nämlich die Formel 1 zu 16 die Fixi-rung eines gesetzmässigen Wertverhältnisses zwischen Silberund Gold dahin, dass bei allen Zahlungen, wenn sie in Silbergemacht werden, das in der silbernen Münze enthaltene Metall16 mal mehr wiegen muss, als das zu gleichem Zahlungsbetragdienende Gewicht Gold in der Goldmünze, weil vor hundertJahren, zur Zeit, als das zu Grunde liegende Gesetz gemachtwurde, im Handel der Edelmetalle das eine gegen das andereso ausgetauscht werden konnte. Nun ist aber in diesemHandel heute die Sache die, dass nicht mehr für 16 GrammSilber ein Gramm Gold zu haben ist, sondern nur a / 2 Gramm,dass, genau genommen, 31 Gramm Silber nötig sind, um1 Gramm Gold zu bekommen. Die Silberleute dagegen wollen