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warum die Regierung keine Schatzscheine ausgeben wollte, ob-wohl von allen Seiten darauf gedrängt wurde." Dann schilderter ihm auf zwei eng gedruckten Seiten alle die oben kurz an-gedeuteten Vorgänge und bekennt sich am Ende des Briefeszu einer Ansicht, die wir auch in unseren Tagen ebenso gutwie Graf von Liverpool in den seinigen zu bekämpfen hatten.Er meint, die Staatsschuld und das fiktive Einkommen sei so
§ viel grösser geworden als früher, dass unmöglich derselbe Geld-
vorrat für die Geschäfte ausreichen könne; für jede Thätigkeittrage man jetzt doppelt so viel Geld bei sich als dreissig odervierzig Jahre vorher, und deswegen glaube er, dass auch doppeltso viel Umlaufsmittel nötig seien, und zweifle, ob es mit irgendwelchen Anstrengungen möglich sein werde, einen genügendenGoldvorrat für den inländischen Verkehr festzuhalten. Abermit einer Bescheidenheit, die heutzutage selten bei Vertreterndieser Ansicht anzutreffen ist, setzt er hinzu: „Aber das isteine Materie, über die ich nur ein sehr unzulängliches Urteilhabe." *)
^ Ein Rücklick auf diese Auseinandersetzungen zwingt zu
schmerzlicher Vergleichung. Mit wie hoher wirtschaftlicherBildung und Gewissenhaftigkeit gingen damals die englischenStaatsmänner vor, und wie übereilt entschied sich fünfzig Jahrespäter der deutsche Reichskanzler, das grosse Werk der Münz-reform mit einem Federstrich zu verstümmeln!
Das Ende vom Lied.
(30. Oktober 1897.)
Am nächsten Mittwoch wird es ein Jahr, dass die grosseEntscheidung über die amerikanische Silberbewegung durch diePräsidentenwahl erfolgte, welche Bryans Niederlage besiegelte.Als damals durch die ganze gesittete Welt der Ruf erging, mit