Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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Z2O Uitterschciden. Ulttcrschied machen. Absoiidem.

unseres Gemüths, welche aus gewissen Eigenschaften oderMerkmahlen der Dinge, siehet oder erkennet, daß sie ein»ander nicht völlig gleich sind: Unterschied inachen hin-gegen, von dem Vorzuge, welchen man dem einen vordem anderen beileget.

Wir unterscheiden ein schwarzes Schaf von deinweißen, durch die Farbe: Einen Menschen von dem an-deren, durch die Gestalt undGesichtSbildung: Einen Tu-gendhaften von dem Lasierhaften, durch ihre Handlun-gen, u. s. f. -

Wir machen einen Unterschied, zwischen einemtugendhaften und lasterhaften Menschen, zwischen einemrecht vertrauten Freunde, und einem solchen, mit welchemwir nur Umgang haben, indem wir jenem den Vorzuggeben.

Oder, man braucht auch das Wort unterscheiden,zuweilen besonders in dem Falle, wenn wir für uns selbst,und in unseren Gedanken, gewisse Eigenschaften oderMerkmaale der Dinge entdecken, woraus wir erkennen,daß sie einander nicht völlig gleicli sind: Unterschiedmachen, wenn wir diese Eigenschaften und Merkmaale,welche wir entdecket haben, anderen anzeigen und sie ih-nen bekannt machen, damit sie ebenfalls die Dinge daranunterfcheiden können.

Ein Krauterkenner, unterscheidet eine ahnlichePflanze von der anderen, wenn er selbst gewißc Eigen-schaften oder Merkmaale daran entdecket, welche die an-dere nicht hat: Er macht einen Unterschied zwischendiesen Pflanzen, wenn er die Merkmaale, welche er daranentdecket hat, hernach auch anderen bekannt macht, da-mit sie ebenfalls, diese Pflanzen daran unterscheidenkönnen. Ich unterscheide ein ahnlichbedeutendcsWortvon dem andern, wenn ich dasjenige entdecke, worin esmit dem anderen nicht völlig übereinkommt: Ich macheden Unterschied zwischen diesen Wörtern, wenn ich die

Merk.