gießer und Drucker der ersten lateinischen Bibel war; und wir kennen ihn noch in diesen Ei-genschaften aus andern seinen Werken. Manche davon sind mit illuminirtcn Holzschnitten ge-ziert/ worinn er unter den Buchdruckern keinen Vorgänger, wohl aber Nachahmer, besonderszu Nürnberg und Augsburg , hatte. Es ist nicht zu zweifeln, er habe vor der Erfindung der.Buchdruckern) xylographische Werke herausgegeben, von denen ihm der Uebergang zur Typs,graphie leicht war, wie schon vorhinein aus Breitkopfs Zeugniße ist bemerkt worden.Auch von He in ecken hat es " in Anregung gebracht, daß dergleichen Leute die Buchdrn-ckerlunst sehr bald erlernten; sie brauchten alsdann ihre Formen, und zierten damit die Bü-cher, welche aus ihrer Presse kamen. Dies ist, sagt er weiter, die wahre Ursache, warumdie Buchdnickerey mit so unglaublicher Geschwindigkeit, fast in allen Städten von Europa sichausbreitete, und warum die meisten ersten Bücher, entweder mit in Holz geschnittenen Fi-guren , oder wenigstens mit Anfangsbuchstaben gezierct sind."
Dem sey, wie ihm wolle, Pfisters Werke sind fast alle auf schönes Papier mit'sehrschwarzen kleinen Missallettern gedruckt, und gewahren dem Auge einen Beyfall abnöthigendenAnblick. Zwey Alphabete, die aus seiner Bibel und der sogenannten Allegorie aufden Tod entnommen sind, nebst einigen kleinen Proben im Zusammenhang, hat HerrJoh. Georg Klietsch, Universitäts-Buchdrucker in Bamberg c), als er 50 Jahre Prin-zipal seiner Offizin war, nach dieser am 9ten Nov. 1794 begangenen Jubelfeyerlichkeit inHolz geschnitten, wovon die Abdrücke hier beygelegt sind.
Es verdient noch die Geschichte, wie Pfisters Werke nach und nach sind entdeckt worden,kurz zusammengestellt zu werden. Die Sammlung der B 0 nerischen Fabeln wurde zuerstbekannt. Nach Sauberts Angabe vom I. 164z befand sich damals ein Exemplar davonin der Stadtbibliothek zu Nürnberg ; wo aber dieses hingekommen, weis niemand. Es istdort schon lange nicht mehr. Dadurch wurde vorerst so viel hergestellt, daß das Werk zuBamberg herausgekommen. Die dasige Universität behauptete 174^/ es wäre daselbst ge-druckt worden; und sie hatte recht. Dem Eremplar zu Wolfenbütte! ist die Allegorie aufden Tod, ohne Bemerkung des Orts, aber mit denselben Lettern abgedruckt, beygcbunden;also schon zwey Werke aus einer bambergischen Presse. Steiner zu Augsburg machte imI. 1792 die biblische Geschichte von 1462 bekannt, wo nebst dem Orte des Drucksauch Albrecht Pfisier als Drucker unwidersprechlich dargestellt ist.
Das schon angeführte Zeugniß des l). ?suluz c!e prsZa, daß zu Bamberg eine ganzeBibel schon einige Jahre vor 1459 gedruckt worden, kam durch die allgemeine Litteraturzcitungvon Jena erst recht in Umlauf. So ward die Aufmerksamkeit der Littcratoreu geweckt, undso geschah es, daß ein Recensent unter der Chiffer Xm in der allgem. deutschen Bib iotheksich also herausließ: Noch hat Rez. keine lateinische Bibel aus dem iZten Jahrhunderte ge-sehen