6) IZidli-i pauperum Lstins. Kl. fol. mit Holzschnitten.Diese neue Entdeckung ist dem Belial angebunden, und obschon Pfi st er weder sich,noch die Stadt Bamberg , noch die Zeit des Drucks gencnnt hat, so bedarf es doch weiternichts, als den Augenschein einzunehmen, und man findet sich überzeugt, daß auch dies seineArbeit sey.
Man glaubt insgemein, der Name Armenbibel rühre daher, weil es für sehr viele jttkostbar war, sich das Manuskript einer vollständigen Bibel anzuschaffen; man habe also daswichtigste, nach dem Begriff damaliger Zeiten, aus dem alten und neuen Testament in einensolchen Auszug gebracht, anfänglich durch Handschriften vermehrt, hernach hatten Formschnei-dcr ihn auf ganze Tafeln geschnitten, und so gemeinnützig gemacht. Hei necken hat meh«rcre derselben vollständig beschrieben. Unserm Pfister gereicht es zum besondern Ruhm, daßer seine Aufmerksamkeit fo früh auf die Verbreitung biblischer Kenntnisse gerichtet, und auchdie Arnienbibel, sowohl in lateinischer als deutscher Sprache, durch die neue Kunst zuerst ver-vielfältiget hat. Wir wollen nun an die Beschreibung der ersten gehen.
Sie besteht aus 17 Blattern; jegliche Seite hat 5 Figuren, die obere in der Mitte z.B.auf der ersten Seite stellt die Verkündigung Mariens vor. An jeglichem unterem Eck stehtdas Brustbild eines Propheten, und darüber zur Linken: Vls!?5 VII. Lcce viiZo conci-piet ct vcuiet nliuin. L-cc^iel. XI^IIII. koeta I-ec clsnia eiit et non sperietur. ZurRechten: DsuicIOelcenclct cZoininu8 sicut r>Iums in vellu5. ü-eremigz XXXI. Lreguitävnn'nus normni luver terram feinina ciicuinciadit virc:m. Unter diesen Bildern steht dexReim:
VirAO sslutgtur. innupta mIiien8 Zeauiclstur.
Darunter stehen zwey Figuren neben einander als Vorbilder der Hauptsache, nämlich s) GottVater und eine aufrecht stehende Schlange. K) Gideon mit dem Engel sprechend , und vorihm das ausgebreitete Fell. Dann folgt der erklärende Tert in 8 Zeilen:
I^eAirur in Aeueli. III. Lsr>. 6c>nnnu8 ciixit serventi suver vectuz tuum Ara-äieriL et Zolles idiciem le^itur cle iervente et inuliers i^>ss conteret cs^ut tuum ettu inl-äi-idei^ calcgneo civ8. Xsin iltue! in !>nnnnci2lion.e vegte insiie ZloriossviiAini^ gcn'inj)Ietuni. I>s?ilur in Iil?rc) iuciicum. VI. csv. ^uocl Ae6eon vcciits-Auum vi^tone in voliece ver iorat!onein iriiAiincis (/?^) c^uoci liZuiglzJt viiZineinin^iisin Zloriosgin line Loriu^zrione nnj)reAngnciam ex sjziiitu Isncti in5u°
Iions.
Und aus dergleichen eben so eingerichteten Z4 Vorstellungen , die ich bey dem deutschen Erem-pl.ir herzählen werde, und die in beyden, bis auf den Text, einerley und illuminirt sind, be,steht das ganze Welkgen. Daß die lateinische Ausgabe der deutschen vorangegangen, wird
niemand