iO Bischof Bossuets Einleitung
Jabre der Geiste lebten, und zwischen denen, die nach dem JahreWelt- Fleische wandelten; ihre Vermischung und dieGeb.allgemeine Verschlimmerung der Welt; denUntergang der Menschen, der durch ein gerech-tes Urtheil Gottes beschlossen wird; den göttli-?5z6. chen Zorn, der den Sündern durch seinen Die- 2468.'ner Noah verkündiget wird; ihre Unbußfertig-keit und Verstockung, welche endlich die Sünd-Z656. fluth bestrafen muß; den Noah und seineFamilie, welche zur Wiederherstellung desmenschlichen Geschlechtes erhalten werden.
Dieses alles hat sich in 1656 Iahren zuge-tragen. So ist der Anfang aller Geschichtebeschaffen, in welchen sich die Allmacht, dieWeisheit, und die Güte Gottes entdeckt, und woman die unter seinem Schutze glückliche Un-schuld, seine Gerechtigkeit in der Bestrafung derVerbrechen, und zu gleicher Zeit seine Gedult,die auf die Bekehrung der Sünder wartet; dieGröße und Würde der Menschen gleich nach,ihrer Schöpfung; die Gemüthsart des mensch-lichen Geschlechtes nach seiner Verderbung; dieNatur des Neides und der Eifersucht, und diegeheimen Ursachen der Gewaltthätigkeiten undder Kriege; kurz alle Gründe der Religionund der Moral wahrnehmen kann.
Noah erhielt mit dem menschlichen Geschlechteldle Künste, sowohl diejenigen, welche zum Grun-de des menschlichen Lebens gehören, und welchedie Menschen von ihrem Ursprünge an wußten,als auch diejenigen, welche sie seitdem erfundenhatten. Diese ersten Künste, welche die Men-schen gleich anfangs und vermuthlich von ihrem
Schöpfer