Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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245
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in die allgemeine Geschichte. 245

erkannt werden muß^ wofern nicht jemand muthwillizblind seyn will.

Die Propheten sahen den MeßiaS nicht allein, son-dern waren auch seine Vorbilder, und stellten seineGeheimnisse, besonders das Geheimniß seines Kreuzes,vor. Sie smd beynahe alle wegen der Gerechtigkeitverfolgt worden, und haben uns durch ihr Leiden dieUnschuld und Wahrheit vorgebildet, die in unsermHeilande verfolgt worden ist. Man sieht, mit wel-chen Verfolgungen Elias und Elifa immer bedrohtwerden. Wie oft ist nicht Iesaias ein Gelächter undLied des Volkes und der Könige gewesen, die ihn end-lich auch, nach der beständigen Sage der Iüdcn, ihrerWut aufgeopfert haben? Zacharias, ein Sohn desIojada, wird gesteinigt; Ezechiel wird stets ver-folgt; die Leiden des Jeremias sind anhaltend undunbeschreiblich, und Daniel wird zweymal zu denLöwen in die Grube geworfen. Allen ist widerspro-chen , und allen ist übel begegnet worden, und alle ha-ben uns durch ihre Beyspiele gezeigt, daß die Schwach-heit des alten Volks überhaupt zwar durch Zusageneiner zeitlichen Glückseligkeit erhalten werden mußte,die Starken in Israel aber, und die Männer von ei-ner außerordentlichen Heiligkeit mit dem Brodte der-Trübsal gespeist, und schon zum Voraus, zu ihrer Hei-ligung, mit dem Kelche des Kreuzes getränkt wurden,welchen Gott seinem Sohne zubereitete. DieserKelch war desto bittrer, ie heiliger die Person unsersErlösers war.

Allein was die Propheten am deutlichsten gesehen,und in den prächtigsten Ausdrücken vorhcrverkündigthaben, das ist der Segen, welcher durch den Mefiiasüber alle Völker ausgebreitet worden ist. Diese

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