Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
350
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M Bischof Bossuets Einleitung

gen sagte er auch, wie sie gehört haben, lVonsei--gneur, daß er nicht der Ueberwinder, sondern nur einschwaches Werkzeug der göttlichen Rache wäre.- Er übersah das ganze Geheimniß davon nicht; dieStunde war noch nicht gekommen, wo die Kaiser Je-sum Christum erkennen sollten. Damals waren noch dieZeiten der Erniedrigung und Verfolgung der Kirche.Daher erkannte auch TituS nicht, für welches Ver-brechen Gott die Jüden fo schrecklich bestrafte, ob ergleich erleuchtet genug war, einzusehen, daß Judäa durch eine offenbare Wirkung der göttlichen Racheuntergienge. Ihr Verbrechen war das größte unterallen Missethaten; es war noch ganz unerhört; siehatten Gott gerödtet, und auf dieses Verbrechen er-folgte auch eine Rache, wovon die Welt noch keinExempel gesehen hatte.

Allein wenn wir nur die Augen ein wenig eröffnen,und die Folge der Geschichte betrachten, so werdenuns weder das Verbrechen noch die Bestrafung derJüden verborgen bleiben können.

Wir wollen uns nur an dasjenige erinnern, wasihnen Jesus Christus vorherprophezeyt hatte. ErMatth. 14, hatte den völligen Untergang Jerusalems und seinesMarc-iz, Tempels vorhergeweißagt. Sie rverden, hatte eri- 2. gesagt, keinen Grein auf dem andern laj^en. Er21,5> 6. iM^ vorherverkündigt, wie diese Stadt belagert wer-den sollte. Sie sollte nach seiner Prophszeyung miteiner schrecklichen Wagenburg umgeben werden, undes geschah. Er hatte den grausamen Hunger vorher-gesagt, der ihre Bürger aufreiben sollte; er hatte auchdie falschen Propheten nicht vergessen, von welchen sieverführt werden würden. Er hatte den Jüden gesagt,daß die Zeit ihres Unglückes nahe wäre, uud ihnen

gewisse