558 Bischof Bossuets Einleitung
Jesu Christi, und Gott, der die Lügengeister' sosehr im Zaume hält, als es ihm gefällig ist, verstat-tete ihnen dazumal mehr Freyheit, weil er zu gleicherZeit die Juden damit bestrafen, und seine Gläubigendadurch auf die Probe setzen wollte. Niemals sindso viele falsche Propheten ausgestandenes zu denen Zei-ten, die auf den Tod unsers Erlösers folgten, zumalgegen die Zeit des jüdischen Krieges, und unter derRegierung des Nero, der denselben anfing. Jose-phus macht uns eine unzählige Menge solcher Betrü-ger bekannt welche das Volk durch falsche Wunder,und durch Zauberkünste in die Wüsten lockten, undihnen eine schnelle und wunderbare Errettung verspra-chen *. Das ist auch die Ursache, warum in denMattt>.-4, Weißagungen unsers Erlösers die Wüste, als einervon den Oertern angegeben wird,, wo sich diese fal-schen Befreyer des Volkes verbargen, die endlich das-selbe in seinen völligen Untergang stürzten. Sie kön-nen glauben, daß der Name Christus, ohne welchenfür die Juden keine vollkommne Befreyung zu hoffenwar, in die eingebildeten Verheißungen gemengt wur-de, und sie werden in der Folge Beweise davon sehen.
Iudäa war nicht die einzige Provinz, die diesen Be-trügereycn ausgesetzt war. Sie.waren im ganzen rö-mischen Reiche allgemein. Es hat keine Zeit gege-ben, wo uns die Geschichte eine so große Menge sol«cher Betrüger zeigt, die sich rühmten, das Zukünftigevorherzusagen, und welche das Volk durch ihreBlendwerke hintergiengen. Ein Simon Magus , einElymas, ein Apollonius Thyanaus, und eine unzäh-lige Menge andrer Betrüger, die in den heiligen undweltlichen Geschichten angemerkt werden, stunden in
diesem
* .solexli.snt. XX. 6. bell.juä- II. »2.