Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
359
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in die allgemeine Geschichte. 559

diesem Jahrhunderte auf, wo die Hölle ihre äußerstenKräfte anzuwenden schien, ihr erschüttertes Reich zuerhalten. Darum merkt auch Jesus Christus diese .erstaunliche Menge falscher Propheten an, die um die-se Zeit, und vornehmlich unter den Juden erschienensind. Wer die Worte unsers Heilandes genau be-trachtet, wird erkennen, daß sich die Betrüger vordemUntergange der Stadt Jerusalem und nach demselbenvermehren sollten; vornehmlich aber doch zur Zeit ih-res Unterganges. Der Heiland sagt, daß der Be-trug, der durch falsche Wunder und durch falscheLehren würde bestätigt werden, zugleich so fein, und so Match.-4mächtig seyn sollte, daß auch die Auserwählten wür- Märe.,;den verführt werden, wenn es möglich wäre.

Ich will nicht sagen, daß gegen das EndederWeltsich nicht etwas ähnliches, und noch gefährliches zu-tragen werde; denn wir sehen, daß alles, was in Je-rusalem vorgeht, ein offenbares Vorbild der letzten Zei-ten ist. Allein es ist doch außer Zweifel, daß unsChristus die Verführung, von der wir reden, als ei-ne offenbare Wirkung des göttlichen Zornes über dieJüden, und als ein Zeichen ihres Unterganges ange-geben hat. Der Erfolg hat seine Weißagung gerecht-fertigt; alles wird hier durch unverwerfliche Zeugenbestätigt. Wir lesen die Vorherverkündigung ihrerIrrthümer im Evangelio, und wir finden die Erfül-lung davon in ihren Geschichten, und vornehmlich inder Geschichte des Josephus .

Nachdem Jesus Christus alles dieses vorherver-kündigt hat, in der Absicht, die Seinigen aus demUnglücke zu reißen, womit Jerusalem bedräut wurde,so kömmt er auf die nahen Zeichen von der Zerstörungdiefer Stadt.

Z 4 Gott