Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
360
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z6o Bischof Bossuets Einleitung

Gott giebt seinen Gläubigen nicht allemal derglei-chcn Zeichen. Bey den schrecklichen Strafen, welcheganze Lander seine Macht empfinden lassen, schlagt eroft den Gerechten mit dem Ungerechten; denn er hatbeßre Mittel, sie von einander abzusondern, als die-jenigen, welche uns in die Sinne fallen. Eben dieSchläge, welche die Spreu zerstäuben, sondern denguten Weizen davon ab; das Gold wird in eben demFeuer gereinigt, worinnen die Spreu verbrennt, undunter denselben Strafen, durch welche die lasterhaf-ten ausgerottet werden, läutert Gott seine Auserwähl-ten. Allein bey der Zerstörung der Stadt Jerusalemmacht er eine Ausnahme, damit dieses Vorbild desWeltgerichtes desto vollständiger, und die göttlicheRache wider die Ungläubigen desto offenbarer seynmöchte. Er wollte nicht, daß dis-Jüdcn, welche dasEvangelium angenommen hatten, mit den andern ver-mengt werden sollten. Jesus Christus gab also sei-nen Jüngern gewisse Zeichen, an denen sie erkennenkönnte»/ wenn es Zeit wäre, aus dieser verworfnenStadt auszugehen. Er gründete sich, seiner Gewohn-heit nach, auf die alten Prophezeyungen, deren Ausle-ger und Gegenstand er war. Er kam auf die Stelleim Propheten Daniel, wo die letzte Zerstörung derStadt Jerusalem so deutlich bezeichnet worden ist,

Matth.24, und sagte: lVenn ihr nun sehen werdet denMarAz,!4 Greuel der Verwüstung, davon gesagt »st durch

Dan.n/-6.'den Propheten Daniel, daß er stehe an der hei«ligen Stätte, oder nach dem Evangelisten Marcus,an der Stelle, da er nicht seyn soll, alsdann flieheauf die Derge, wer im jüdischen Lande ist.Der heilige Evangelist Lucas erzählt eben das in an-

ruc. -',zo. dem Ausdrucken: N?enn ihr sehen werdet Ieru-

salem