Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
365
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in die allgemeine Geschichte. Z65

angemerkt, daß alles, was dieser Apostel vorherver-kündigt hat, von Stück zu Stück erfüllt wordensey».

Es wiederfährt also den Jüden nichts, was ihnennicht zuvor verkündigt worden ist. Ihre Verachtungdes Sohnes Gottes und seiner Jünger wird uns deut-lich, als die Ursache ihres Unglückes angegeben. DieZeit der Gnade ist vorbey und ihr Untergang unver-meidlich.

Es war also umsonst, Msnsiigneur, daß Ti-tus Jerusalem und den Tempel erhalten wollte. Gott hatte einmal sein Urtheil gefällt; es sollte kein Steinauf dem andern bleiben. So wie ein römischerKaiser sich vergebens Mühe gab, den Untergang desTempels zu verhindern, so waren die Bemühungeneines andern Kaisers noch eitler, der ihn wieder her-stellen wollte. Nachdem Julian, der Abtrünnige, un-serm Heilande den Krieg angekündigt hatte, so hielt ersich für machtig genug, seine Weißagungen zu Schan-den zu machen. In der Absicht, den Christen vonallen Enden her Feinde zu erwecken, so erniedrigte ersich so sehr, daß er auch die Jüden ehrte, die doch einGreuel aller Welt waren. Er ermunterte sie, ihrenTempel wieder aufzubauen; er gab unzählige Sum-men dazu her, und stund ihnen mit aller Gewalt desReiches bey. Was Mr der Erfolg davon? Sehensie, Monseigneur, wie Gott die stolzen Prinzen zuSchanden macht! Die heiligen Väter, und die Kir-chengeschichrschreiber erzählen solches einmüthig, undrechtfertigen solches durch Denkmäler, die zu ihren Zei-ten

* kliles. libr. iz. »4 LKron. sxuä Oriz. 1i,br. 2. conrr.

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