Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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in die allgemeine Geschichte. 425

so ist es unmöglich gewesen, jemals einen andern Stif-ter von ihr zu nennen, als Jesum Christum, und mankonnte von ihren ersten Hirten nicht reden, ohne bisauf die Apostel zurückzukommen; kurz, man konnte ihrkeinen andern Namen geben, als denjenigen, den sieannahm. Die Keßer mochten also anfangen, wassie wollten, so konnten sie den Heiden die wahre Kirchenicht verbergen. Sie that ihren Schooß für die gan-ze Welt auf; die Menschen liefen bey Haufen herzu.Einige von ihnen verlohren sich vielleicht auf verkehr-ten Abwegen; allein die rechtgläubige Kirche war im-mer der große Weg, den die meisten betraten, welcheJcsum Christum suchten, und die Erfahrung hat unsgezeigt, daß sie diejenige seyn sollte, zu welcher sich alleHeiden versammeln würden. Diese war es auch,welche die ungläubigen Kaiser mit ihrer ganzen Machtangriffen. Origenes ^ lehrt uns, daß wenig Ketzer fürden Glauben Märtyrer geworden waren. Der hei-lige Justin, der noch alter ist, als er/ hat angemerkt,daß die Verfolgung die Marcioniten, und andre Ke-ßer verschont habe. Die Heiden verfolgten nur dieKirche, welche sich auf der ganzen Erde ausbreitete,und erkannten sie nur allein für die Kirche Jesu Chri-sti . Was war daran gelegen, daß etliche Zweigevon ihr abgerissen würden? Ihr guter Wuchs verlohrsich danim nicht; sie trieb an andern Orten Zweige;das überflüßige Holz wurde abgehauen, und ihreFrüchte wurden dadurch desto besser. In der That,wenn man die Kirchengeschichte betrachtet, so wirdman sehen, daß wenn eine Ketzerey die Kirche vermin-derte , sie ihren Verlust allezeit anderwärts wieder er-setzte, und sich von außen ausbreitete, und innerlich an

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