Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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424
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424 Bischof Bossuets Einleitung

Arianer schützte, den Ammianus Marcellinus einen Hei-den nicht verhindern, einzusehen, daß sich dieser Kai-ser von rechtem Wege der christlichen Religion verirr-te^, welche einfach und in ihren Lehren so-wohl, als in ihrem Leben einfältig und richtigrvare. Das kam daher, daß die wahre Kirche eineMajestät und eine Richtigkeit hatte, welche die Keße-reyen weder nachahmen, noch verdunkeln konnten;sie zeugten vielmehr, ohne daran zu denken, für diekatholische Kirche . Constanz, welcher den Athanasi-us, diesen Vertheidiger des alten Glaubens, verfolgte,nnmfchre sehr eifrig, wie Ammianus Marcelli-nus sagt, daß er durch das Ansehen verdammt werdenmöchte, welchesder römische Pabst über andre hätte**.Indem also dieser Kaiser wünschte, daß sein Irrthumgern durch dieses Ansehen bestätigt werden möchte, soließ er die Heiden dadurch die Mangel seiner Secteselbst empfinden, und ehrte also die Kirche, von der sichdie Arianer abgesondert hatten. So erkannten dieHeiden die allgemeine Kirche selbst. Wenn iemandfragte, wo ihre Versammlungen gehalten würden,und wo ihre Bischöfe waren, so irrten sie gewiß in ih-ren Antworten nicht. Was die Kctzereyen anbetraf,so mochten sie thun, was sie wollten, so konnten siesich der Namen ihrer Stifter nicht entledigen. DieSabellianer, die Paulianisten, die Arianer, die Pe-lagianer erzürnten sich wohl über den Namen der Par-theyen, die man ihnen beylegte; aber vergebens; dieWelt wollte natürlich reden, sie mochten sich dagegenwehren, wie sie wollten; man bezeichnete eine jede «Sectemit dem Namen ihres Stifters. Was die große Kir-che, die katholische und apostolische Kirche anbelangt,

so

* .^mm. ?VlarceIZ, ZIbr. XXI.** .Kmim-m. Marcel!. Udr. XV.