Vorrede. xxxvn
Auf der folgenden 221 S. ist daher ebenfallsdie Declination unrecht, guter weisser Hafer,guten weissen Hafers; reife süsse Frucht, rei-
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sollte mir nicht schwer fallen, sie allein ans der BerlinerBibliothek zusammen zu bringen, und die wird denmdochwohl bey meinem Recensenten Ansehen genug haben.Getraut er sich wohl zu sagen, Laleds jüngstes Bru-ders, altes Ralcnders ^ Aber z. diese Redensartensind elliptisch, und sind so viel als eines guten Theils,eines seligen Andenkens. Ey, ey! folglich auch, denGehn Renas, L,a!ebs eines jüngsten Bruders^ odervoll Zreuden und eines heiligen Geistes 5? oder einesgedachten Mannes Rindert oder eines erwähntenfreundes Güter ^ Damit mein Recensent nicht sage,das cn rühre in den beyden letzten Fallen von dem aus-gelassenen bestimmten Artikel her, so darf er sie nur inden Plural setzen, gedachte Männer, erwähnte Freun-de; wo er scheu wird, daß die Auslassung des Artikelsan der Declination nichts ändert. Überhaupt ist die Mo-de, alle Eigenheiten, wovon man sonst keinen Grund an-zugeben weiß, durch Ellipsen zu erklären, ein altes ab^getriebenes Steckenpferd, welches seine Dienste gethanhat, und nun einmahl vergessen werden konnte. Es bleibtalso wohl gewiß: 1. der Hochdeutsche Sprachgebrauch zie-het in dem gedachten Falle bey den Adjectiven das en demes vor; unter hundert Fällen dieser Art, welche im Schrei-ben und Sprechen vorkommen, wird man gewiß in neunzi-gen das en gebrauchen; und das ist denn doch wohlNegelgenug. 2. Er hat auch Grund dazu, weil dieser Fallnicht leicht bey einen? Substantive vorkommen wird, wel-ches nicht den Genitiv hinlänglich bezeichnete, daher dieUrsache der bestimmten Declination des Adjectives weg-fällt. Ich habe bey dieser Gelegenheit in dem Lehrgebäu-de bemerkt, daß die so verwickelte Declination der Be-stimmungswörter, welche die Deutschen sich so schwer ge-macht haben, sich im Hochdeutschen nach und nach zueiner einfachern und leichtern Form umzubilden scheinet.Es verstehet sich von selbst, daß sie dabey nur einer dunkelempfundenen Analogie folgen kann, und nicht erst den oder