Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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Vorrede.

xxxix

Und da im Nominativ des Singulars alle solcheAdjective so declim'rt werden, wie es ohne Artikelgeschiehet, daß sie nämlich alle die Geschlechts-endung des Artikels bekommen, so scheinet es dieAnalogie zu fordern, daß sie im Nominativ desPlurals ebenfalls so decliniret werden, wie es ohneArtikel geschiehet; nämlich, sie haben alle e undnicht tt. Man sägt im Nomin. des Singulars,starker stürmischer Wind, und gibt beyden Ad-jectiven das r, also müssen auch im Nominat. desPlurals beyde das e haben, starke stürmischeWinde (nicht stürmischen), und so auch reifefüsie Früchte, schöne große Häuser. Dannsind die Allsnahmen, ganze lange Tage, schwe-re volle Becher u. s. w. nicht nöthig, denn die-ses ist eigentlich die rechte Declination (^). Inden andern Fällen des Plurals gehet es wiederwie im Singular, nämlich nur das erste Adjectivbekommt in allen Fällen die Endungen des Arti-tikels, und das zweyte ein n. Folglich im Geni-tiv, starker stürmischen Winde, reifer süssenFrüchte, wohlklingender deutschen Verss, nichtwohlklingender deutscher Verse. Auf gleicheWeise können noch mehrere Adjective mit einemHauptworte declinieret werden, als, guter alter

c 4 süffer

(Z2) Da mein Recensent ein so erklärter Feind von allenAusnahmen ist, und mich mehr wie einmahl fragt, wo-zu die Ausnahmen? so wundert mich, daß diese Gna-de vor ihm funden hat; denn dieser einförmige Nomina-tiv ist doch eine wahre Ausnahme von der Regel, und al-so im Grunde nicht die einige rechte Declination»