Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Leipzig den 14. Jum'i 1763.

ie vielen Dank bin ich Ihnen, mein theuersterFreund! schuldig, daß Sie sich meiner soeapfer wider den alten schweizerischen Tanzbar ange-nommen: es ist mir um so viel angenehmer, da ichnicht einmal Willens bin, in der Bibliothek ein Wortvon seinen Sprüngen zu erwähnen. Der Geifer magin seinen eignen Bart laufen. So küheln, daß eswehe thut, kann ich nicht, und alödann isteS besser,man schweigt. Diese BodMMscheN Kurzweile sindschon seit zwey Jahren hier bey allen Buchhändlernherumgelaufen , aber keiner hat sie verlegen wollen.Ware ich boshaft genug gewesen, so hätte ich damiteinen lustigen Streich spielen können, da ich die Hand»schrist in Handen gehabt.

Wohl bekomme es den Herren ^.nticriticis!Noch habe ich nicht die Ehre, einen von diesen Herrenzu kennen, und ihre Antikritiken eben so wenig gele-sen: ich kann mir aber vorstellen, was sie für Gesich»ter machen werden. Es ist unglaublich, daß sichsolche Leute zu Richtern aufwerfen wollen: Der Stolzist aber immer der Gefährte der Dummheit. Nichtsist lustiger, als der komische Aufzug, in welchem Siesie austreten lasten, und ich kann kaum die Fortseßungder Geschichte des deutschen Don Ouixotte erwarten.Freylich ist Hemeke der Verfasser des Buchs überKünstler und Kunstsachen, und ich zweifle nicht, daß-Oesterreich der Handlanger ist. Da er dem guten

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