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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
52
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Zahl bestimmt: jeder Gau liefert seine Cent v), dar-nach sie unter sich benannt werden t so daß, was An.

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Tacitus dachte sich hier freylich bey dem AusdruckCentern, hundert streitbare Manner auS iedrm Gau;üUt tt wußte doch daß diese ausgewählten Ccnte-ner (d.i. Hunderte) genannt wurden, wie seine ei-gene Erzählung beweist, und irrte sich wegen derauffallenden Aehnlichkcit des deutschen und lateini-schcn Worts nur in der Zahl; auch in der Rücksicht,da hundert für ieden Gau oder Canton nach ihren»Umfang zur Infanterie v'el zu n^enig Leute waren:denn ieder Waffenfähige diente im Krieg, und vonden hundert Gauen der Sweven allein gab iederjährlich tausend Bewaffnete. Die Gauen waren,tvie man aus dieser Stelle, und aus dem tchten Ka--xitel dieses B. vermuthen kann, auch aus Ueber«dleibseln davon Spuren hat, in kleinere Striche, inCantons getheilt; daher der Rheingau, Brisgau,Nordgau , die Centgerichte, .der Centgraf n. s. w.Jeder Gau lieferte nun aus seinen Ccnten zum Krittge eine Zahl Fußganger, oder seine Comingente^daher sie den Namen führen; der Römer, der vonCent, Centener hörte, aber beyde Wörter in ihrerwahren Bedeutung nicht kannte, und übrigens da,von unterrichtet war, daß eine bestimmte Fahl auKjedem Gau geliefert wurde, romanisirte also wieder,und auf eine sehr natürliche Art. Sollte aber inDeutschland die Benennung Cent von der Unterab»theilung der Gauen, oder von den kleineren Stri«chen, nicht so alt seyn, wie eS, daß ich wenig sage,

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