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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
186
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iS6 f-=*===K$<55e>c===-$der Gottheit au den Tag zu legen 6). Fällt er von ohn-gefähr nieder; so darf er weder aufgehoben werden, nochaufstehen: man wälzt ihn auf der Erde hinaus. Derganze Aberglaube zielt dahin, daß die Nation hier ihren.Ursprung Hirte e); daß Gott , der Allherrfcher f), hierwohne, ihm 2llle6 unterworfen und gehorfam fey g).Der Wohlstand der Semnonen vermehrt ihr Ansehen.Sie bewohnen hundert Galien h); und die Menge desVolks macht, daß sie sich als das Haupt der Swevenansehen i).

Vier.

d) Um zu bezeugen, daß sie (nur) Knechte des Allcrhöch«stcn und Allgewaltigen waren.

e) Daß die Erde ihr- Mutter sey. Vcrgl. ob. 2tes Kap.Nor. b) und n).

f) g) Man sieht hier offenbar, baß sie ein höchstesWesen kai'.ntcn und verehrten. S. Kap. 9. Not. a)d. B. Aus diesen religiösen Vorstellungen mögen auchdie Begriffe von der Freyheit, Unabhängigkeit undGleichheit beendet haben.

li) Vergleicht man diese Stelle mit dem Cäsar (Gall.Kr. IV. 1. und l. Z7.); so scheint es, daß die Sem-noncn die Swcvci, sind, von welchen er eben daserzahlt, oder daß vorzüglich Semnonen unter Ario-vists Bundsgenosscn waren; jene Sweven nähertensich dem Rhein, als Cäsar mit dem Ariovist kriegte.

I) Herr HR. Gatterer sagt (in seiner synchronist. Univ.S. 807.):Weil Tacitus in der Stelle die Sem-yonen noch als ein großes Volk beschreibt, das sichfür das Haupt der Swcvm ausgegeben, so müs-