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Freymühtige Rechenschaft des von der Gemeine zu Ephesus Abschied nehmenden Apostels Pauli vorgestelt in einer Abschieds-Predigt gehalten in der reformierten Gemeine zu St. Stephani in Bremen den 2. Aug. 1739... / von Henrich Eickel
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Knn wunder danncnhero daß auch unser Apostel / alsein treuer Knecht IEsu Christi/ seinem HErrn mit vielenThränen gedienet hatte. Er gibt durch diese AusdruckungZu erkennen/ daß ihm in seinem Dienste mancherley/ theilssündlicht/theils schmertzliche; theils drückende/theils drohen-de; theils ihn selbst/ theils andre angehende Ubele und Be-schwerlichkeiten begegnet und vorgekommen/die ihm zu gros-ser Traurigkeit und vergiessung vieler Thränen Anlaß ge-geben hatten.

i. Zuforderst rührete seine Traurigkeit / nebst denen dar-aus entstehenden Thränen/ aus der Erinnerung der in sei-nem Naturstande begangenen schwere!! und vielfältigenSünden her; Obschon der HErr ihm Gnade und Barm-hertzigkeit Wiedersahren lassen, i Tim.!. iz -16.

5. 'Wobey Zweitens die Bewustheit der ihm noch an-klebenden Verdorbenheiten/ und der daraus herrührendenUnvollkommenheit seines Dienstes kam. Daß nemlichin ihm / das ist/ in seinem Fleische nichts Gutes wohnete-;daß er noch ein Gesetz der Sünden in seinen Gliedern mit sichherum trüge; daß Er wlher leinen Willen zum Bösen gerei'tzet/ und in der ausübung und vollbringung des Guten ge-hindert wurde: woran er nicht anders als mit der schmerzhafftesten Traurigkeit und den bittersten Thränen gedcn-crcn konte. Rom. vii. ^

z. Wenn er dann ferner die köstlichkeit des ihm cmbe-fol lnen Lehr-und Apostel-Amts; und dagegen seine eigneUnwürdig- und Untüchtiger erwöge: muste ihm solchesqleichtalß manchen Seustzer und viele Thränen einer heili-gen Bekümmernis außpressen. 2. Cor. ü. 16. in. 5.

4. Insonderheit/ wenn er das Gewicht und die Aost-Hahrkeit der ihm anvertrauten unsterblichen Seelen/und seine genaue Beziehung zu denselben in Betrachtungzöge: als von welchen er einmahl Rechenschaft geben solte ;die Er auf das zarteste liebete / deren ewiges Wohlseyn er

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