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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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mit Namen Sochiman (dem Bascha zu Temitschwar unterworf-fen) zu einer Druckercy ziehen sollte, und daselbst mit einem off-nen Druck meiner Widersacher Schmähworte widerlegen, und auchwas ich sonst bey mir Nützliches hatte, drucken laßen; wurde dcro-halben mit einer öffentlichen Commendation oder Schreiben desSuperindenten Francisci Davidrs abgefertiget zu dem Buchdruckergen Schiman, welcher unter vorgemeldten Superindenten Gebiete,nnd ein Prediger daselbst zu Schiman war, mit Namen Paulus;und solche gemeldte Commendation die lautete an alle Prediger inUngarn , die unter dieser Snperintcndentz waren, nnd sonderlich anden Herrn Venedict, den Prediger zu Temitschwar. Ehe ich a-ber aus des Weyda oder Fürsten in Siebenbürgen Landen kommen,und zog in den Flecken mit Namen L.ugusch, da finde ich in sel-bem Flecken vorgemeldten Buchdrucker Herrn Paulum. Nachdemer die Briefe las, so ihm der Superintendent geschrieben, zeigt ermir an, wie er aus der Stadt Schiman vertrieben wäre von denen,so den Wallachischen Glauben. Dieselben hatten mit Geschenk undVerklagniß bey dem Bascha soviel zuwege gebracht, daß er hatteweichen müssen, und wohne itzund mit seinem Hausgesinde zu Ln-gusch, zeigte mir auch seiner Drnckerey etliche Buchstaben, die mirsehr wohl gefielen, spricht zu mir, allhier dürffen wir noch nichtsdrucken, dann dieser Flecken ist noch des Fürsten aus Siebenbür-gen , aber morgen, wills Gott, wollen wir zu dem Herrn Benedictgen Temitschwar, nnd ohne allen Zweifel bey ihm, dieweil er einschon weit Haus hätte, die Druckercy anrichten. Wie wir genTemitschwar zum Prediger kamen, funden wir ihn sehr schwach,denn er hatte Colicam; es gefiel ihm aber unser Vornehmen sehrwohl, und verhieß allen guten Willen. Sobald die Gemein derUngarischen Christen, sammt dem Ungarischen Richter ( wie sie ihnnennen) von meiner Zukunft hören, erzeigen sie mir große Ehre;aber der Druckercy halben, antwortet der Richter, könne noch mö-ge nichts angerichtet werden, ohne des Baschas Vorwissen, dieweilich aus Deutschland sey; dazu habe ihm der Bascha bey seinem Eidund seinem Kops befohlen, kürzlich vor acht Tagen, daß er keinemfremden Christen wollte gestatten etliche Tage hier zn bleiben, er

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