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ie hauptsachlichste Betrachtung, auf welche Neu-fers Geschichte einen denkenden Leser führet, brau-che ich wohl nicht erst lange anzugeben» Sie ist es aber,die mich an Fragmente eines sehr merkwürdigen Werks-unter den allernenesten Handschriften unserer Bibliothek,und besonders an eines derselben so lebhaft erinnert, daßich mich nicht enthalten kann, von ihnen überhaupt einWort hier zu sagen, und dieses eine als Probe darausmitzutheilen.
Es sind, sage ich, Fragmente eines Werks : aberich kann nicht bestimmen, ob eines wirklich einmal volten-det gewesenen und zerstörten, oder eines niemals zu Stan-de gekommenen Werks. , Denn sie haben keine allgemeineAufschrift; ihr Uhrheber wird nirgends angegeben; auchhabe ich auf keine Weise erfahren können, wie und wennsie in unsere Bibliothek gekommen» Ja sogar, daß esFragmente iLines Werks sind, weiß ich nicht mit Ge-wißheit, sondern schliesse es nur daher, weil sie alle Ei-nen Zweck haben, alle sich auf die geoffenbarte Religionbeziehen, und vornehmlich die biblische Geschichte prüfen.
Sie sind mit der äussersten Freymüthigkeit, zugleich,aber mit dem äussersten Ernste geschrieben. Der Unter-sucher vergißt seine Würde nie; Leichtsinn scheint nichtsein Fehler gewesen zu seyn; und nirgends erlaubt er sichSpöttereien und Possen. Er ist ein wahrer gesetzterDeutscher, in seiner Schreibart und in seinen Gesinmm-
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