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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Vnd wer ein kirchenpruchel 8) vnd heiltnmdiep;

Noch het ich gelt, so wer ich liep, 9)

Das yederman mein tct Hegern,

Das eym frumen armen nit kmtt wcrn. io)

E>) schant vnd gelt! die ye solchs teten,

Die koren all ans lucifers kctcn.

XII.

Wen ei»: solcher schreybev ein pfass wirt-

Ein schrcybcr 1) der lieber tantzt vnd springt,

Den das er in der lyrchen singt,

Vnd lieber vor der metzen hvffirt.

Den das er einem Priester ministriert,

Vnd lieber in einein hurenwinckcl schluff, 2)

Den das er zu der predig lüff,

Vnd lieber drey tag pnlvricffZ) schrieb,

Den das er pcy einer vesper plib,

Vnd lieber cuiff der gnfi schwanzirt,

Den das er in den pnchern sindiert,

Wen ans einem solchen ein frnmmcr priesicr wicrt,

So hat in got mit grosser Gnad bcrürt.

»

Xlll.

8) Kirchenräuber.. 9) Ich wünschte, diese Zeile, die der, alle die vorige» hin»durch so lange rege gemachten uud immer starker gespann-ten, Erwartung des Lesers auf einmal einen so frappan-ten Aufschluß giebt, Ware die letzte dieses in seiner Artwirklich tresslichen Stücks.

10) werden, widerfahren. 11) gehören.

XII. 1) Ein junger Geistlicher; wie im Englischen a c/e?ä vo»

c/tt'?'c»5,

^ 2) schlüpfte. z) Liebesbriefe.