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dann die Coalitionen gegen die französische Republik zuGunsten der Bourbonen ; weiter das Einschreiten derBourbonen selbst wieder für ihre Vettern in Spanien ,und die östreichischen Einmärsche durch ganz Italien ,schließlich nicht zu vergessen die Rettung Habsburgs durchdie Russen in Ungarn . Nicht wahr, in allen diesen Fällenund vielen vorhergegangenen ist die fremde Interventionkein Gegenstand des Abscheus für die principberittenenStaatshistoriographen? Möchte aber ein entwaffnetes ge-knebeltes Volk durch fremden Zuzug frei werden, dannsatteln die Herren ihr großes trojanisches Abschreckungs-pferd, dessen Bauch von Gefahren schwanger geht. Istnicht die eigne östreichische Residenz noch zur rechten Zeitdurch den wackern Polenkönig von den Türken befreitworden? Hätte Nordamerika ohne die Hülfe Spaniens und Frankreichs das englische Joch abschütteln können?Sind die Griechen Engländer oder Franzosen geworden,weil sie durch die anglofränkische Allianz aus den Hän-den der Türken gerissen wurden? Ist Belgien nicht ein-zig und allein mit Hülfe der französischen Bayonnettezu einer staatlichen Selbstständigkeit gelangt, die sich zuseinem Besten gewendet hat? Man sieht es: so viele Befrei-ungen von Fremdherrschaft, so viele Interventionen weistdie Geschichte auf, und es wäre Zeit, diese läppischenTurniergesetze einzustecken, welche die Gesalbten des Herrndurch ihre Herolde ausposaunen lassen, um vorzuschreiben,wie man sie kavaliermäßig anzugreifen habe — abson-derlich um deßwillen, daß auch sie von jeher so loyal zuWerke gegangen sind.
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