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Also still einmal mit diesem Gefasel! Der gewöhn-lichste Menschenverstand muß begreifen, daß Italien nurdurch die französische Hülfe das Habsburgische Joch ab-schütteln kann; und wenn Deutschland nicht von östrei-chischen gekrönten und ungekrönten Emissären und Stock-jobbers in die Tollheit hineingeritten wäre, so würde nichtnur seine gesunde Vernunft ihnen Beifall zurufen, son-dern die vollkommenste Analogie des eignen Schicksalswürde dem transalpinischen Einigungswcrk aus vollemmitfühlendem Herzen entgegen jauchzen. Wie! die ihrseit einem halben Jahrhundert unter dem Druck der Zer-klüftung schmachtet und nach Einheit ringt, die ihr euchvergeblich nach Münze, Maaß und Gewicht abquält, ihrfallt wie wilde Thiere über den Italiener her, der fürdie gleiche Sache mit gleichem Rechte aufsteht! Ihr brülltArndt'sche Lieder wenn der Mailänder fragt, ob Wien oderLemberg sein Vaterland sei? Ihr blinden Narren, ihrmerkt nicht, daß man euch einigen gelehrten strategischenPo- und Mincio-Quark unter die Nase schmiert, damitihr nicht den sauberen fürstlichen Braten riecht? Nichtam Po und nicht am Mincio ist das Bollwerk deutscherGröße, sondern in der endlichen Verwirklichung der zumKinderspott gewordenen deutschen Einheit, und nicht inMailand und Verona müsset ihr Herren sein, sondernbei Euch selbst daheim um ungehindert den nebcnbuhle-rischen Mächten entgegentreten zu können. Ja verhöhntsie nur, nach Buol-Schauenstein 'schen Rezepten die Ein-Heils- und Nationalbestrebungen der Italiener, damit euchnach demselben Maaße ausgemessen werde, und damit